Elena Matera

Journalistin (Wissenschaft & Gesellschaft), Berlin

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Kommentar: Organspende: Wo ein Wille ist...

700 Menschen warten aktuell in Deutschland auf ein Spenderherz - darunter auch Säuglinge, Kleinkinder. Die Ungewissheit, ob sie weiterleben können, begleitet sie und ihre Familien täglich. Einige Patient:innen warten jahrelang, doch andere haben schlichtweg die Zeit nicht mehr - sie sterben. Das Problem verschärft sich Jahr für Jahr, denn es gibt immer weniger Organspender:innen in Deutschland.


Was also tun? Die Technik ist ein Teil der Lösung, doch auch diese ist noch nicht ausgereift genug. Es gibt bereits Kunstherzen, die das menschliche Herz ersetzen können – allerdings müssen sie nach zwei oder drei Jahren ausgewechselt werden. Es kann außerdem zu Blutungen, Thrombosen, Gerinnsel kommen. Und wenn die Akkus, die man stets bei sich tragen muss, herunterfallen oder leer sind, stirbt man. Eine Belastung ohnegleichen. 

 

Auch Schweineherzen könnten in Zukunft das menschliche Herz ersetzen, Stichwort: Xenotransplantation. Doch auch hier bedarf es noch weiterer Forschung. Die Wissenschaftler:innen sind in Sachen Kunstherzen und Xenotransplantation auf der Startposition. Sie sind bereit zu forschen, die Ideen sind da. Was fehlt, sind derzeit vor allem Gelder.


Doch auch Kunstherzen und Xenotransplantation können das zentrale Problem letztendlich nicht lösen: der Mangel an Spenderherzen. Dabei gibt es bereits heute eine entscheidende Maßnahme, die viele Leben retten könnte: die Widerspruchslösung. Jeder Mensch in Deutschland wird damit automatisch potenzieller Organspender – es sei denn, man widerspricht zu Lebzeiten.



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