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BMW i7: Luxus auf voller Länge

BMW setzt mit dem i7 auf Luxus auf allen Sitzplätzen

BMW präsentiert seine elektrische Limousine i7 in Kalifornien. Es ist ein Chauffeursauto der Oberklasse, aber auch mit Fahrspaß auf dem Fahrersitz.


Die neue 7er-Reihe von BMW fährt elektrisch - zumindest teilweise. Die Limousine wird als Mild-Hybrid, als Plug-in-Hybrid und als reines E-Auto angeboten. Die elektrische Version i7 macht im November den Anfang. "Die Zukunft ist elektrisch", sagte Entwicklungsvorstand Frank Weber bei der Präsentation im kalifornischen Palm Springs. Eine deutliche Aussage, die man von CEO Oliver Zipse in der Form noch nicht gehört hat.


Dabei entsteht die 7er-Reihe noch auf einer Kombi-Plattform. Sämtliche Antriebsformen laufen im bayerischen Dingolfing vom Band. Erst mit der neuen Klasse, die von 2025 an im ungarischen Debrecen produziert wird, setzt BMW auf eine reine E-Auto-Produktion mit entsprechender Plattform. Mit Frank Weber sitzt seit zwei Jahren ein E-Auto-Befürworter im Vorstand. Bevor er 2011 zu BMW wechselte, entwickelte er für Opel den Ampera und für General Motors den Chevrolet Volt.


Weber zeichnet im Gespräch mit Golem.de das Bild einer "BEV Economy". Damit E-Autos zum Erfolg werden, sieht er vier Voraussetzungen: Einsatz grüner Energie bei Produktion und Nutzung, ein geschlossener Recycling-Kreislauf bei den Batteriematerialien, nachhaltige Rohstoffbeschaffung und natürlich eine funktionierende Ladeinfrastruktur.


Hohe Ladeleistung trotz halb vollem Akku

Die Suche nach einem passenden Schnelllader ist in Palm Springs schnell abgeschlossen. Die App von Electrify America, dem Tochterunternehmen von Volkswagen, zeigt eine Schnellladestation in direkter Nähe auf einem Supermarktparkplatz an. Der Akku im Testwagen bietet 101,5 Kilowattstunden (kWh) nutzbare Energie. Trotz großer Runde über die Berge ist er noch zu 52 Prozent gefüllt.


Überraschend steigt die Ladeleistung auf 148 kW, das Maximum der Säule liegt bei 150 kW. Der BMW i7 kann Gleichstrom mit bis zu 195 kW laden. Doch laut offizieller Ladekurve fällt die Leistung ab rund 35 Prozent wieder ab. Wir laden innerhalb von neun Minuten knapp 16 kWh Energie und erreichen so einen Ladestand von 70 Prozent. Übrigens startet der Ladevorgang direkt nach dem Anschließen des Fahrzeugs, mit Plug & Charge ist keine Ladekarte oder Authentifizierung in der App notwendig.


Deutschland nur Randmarkt

Die wenigen Minuten an der Ladesäule nutzen wir für einen Fahrzeugrundgang. Von der Seite wirkt die Limousine wie ein Rolls-Royce, was an der steil aufragenden Frontpartie und der Länge von 5,39 Metern liegen mag. Das sind 13 cm mehr als bei der Vorgängerversion.

Der graue i7 xDrive 60 glitzert zudem in der kalifornischen Sonne. Das liegt unter anderem an den Swarovski-Kristallen in den Frontscheinwerfern. Innen bestehen etliche Knöpfe und Zierleisten aus glasähnlichem Material.

Die Anmutung macht deutlich, dass sich die 7er-Reihe vor allem außerhalb Deutschlands gut verkauft. Auf Platz 1 der Verkaufsstatistik liegt China (45 Prozent), gefolgt von weiteren asiatischen Ländern und dem Nahen Osten (26 Prozent). Ein Fünftel wird in den USA abgesetzt (20 Prozent). Für Deutschland nennt BMW keinen Prozentwert. Die verbleibenden neun Prozent verteilen sich auf die gesamte EU.


Nicht als E-Auto zu erkennen

Der Besitzer des VW ID4, der nebenan an der Säule lädt, kommt von seinem Einkauf zurück. Er blickt auf den Wagen und reckt den Daumen. "Tolles Auto, sobald meine Frau mit ihrem Medizinstudium fertig ist, werden wir uns das Modell anschaffen", sagt er im Vorbeigehen. Eine derart positive Reaktion auf die elektrische Luxuslimousine ist für deutsche Ohren überraschend.

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