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Akku schlägt Brennstoffzelle

Der E-Truck von Nikola auf der IAA Transportation 2022 in Hannover

Auf der IAA Transportation in Hannover wird deutlich: Wasserstoff und Brennstoffzelle spielen eine untergeordnete Rolle beim Gütertransport.


Der Besuch einer Fahrzeugmesse ist wie eine Reise mit der Zeitmaschine. Man sieht, was in wenigen Jahren auf die Straße kommt. Beim Gang durch die Hallen und das Freigelände in Hannover wird deutlich: Die Zukunft des Güterverkehrs ist batterieelektrisch. Natürlich findet man auf der IAA Transportation auch Lkw mit Brennstoffzellen und Wasserstoff im Tank, doch man muss genau hinschauen.


Bei Verteilverkehren und Lieferfahrten innerhalb der Städte gibt es nur den batterieelektrischen Antrieb. Ford Pro setzt in Hannover vollständig auf seinen E-Transit für Ladungen bis zwei Tonnen sowie den kleineren E-Transit Custom für bis zu einer Tonne Ladung.


Die großen Marken für Zugmaschinen und Lkw wie Daimler und DAF, Scania und MAN zeigen auf ihren Ständen ebenfalls vor allem Batterien unter dem Fahrerhaus. "Drei Viertel der eingesetzten Energie gehen bei den Umwandlungen von Wasserstoff verloren", sagt Alexander Vlaskamp. Damit erteilt der CEO von MAN der Brennstoffzelle im Lkw eine Absage. Vlaskamp ist gleichzeitig Vorstandsmitglied der Traton Group, unter deren Dach MAN, Scania, Volkswagen Truck & Bus sowie der Lkw-Hersteller Navistar aus den USA gebündelt sind.


500 km Reichweite mit dem eActros

Martin Daum, CEO von Daimler Truck betont, man habe bereits acht rein batterieelektrische Serienfahrzeuge im Portfolio. Zum "Star" der Messe wird sich vermutlich der Mercedes-Benz eActros Long Haul entwickeln. Daimler Truck präsentiert einen Fernverkehrs-Lkw mit rund 500 km Reichweite. Drei Akkus mit insgesamt 600 kWh und zwei E-Motoren treiben das Gespann an.


"Schon in wenigen Jahren werden wir Reichweiten von 600 bis 800 Kilometer mit Batterien sehen", ist MAN-Chef Vlaskamp überzeugt. Volvo Trucks hat mit 1.650 Quadratmetern einen sehr großen Stand in Halle 21 aufgebaut. Hier stehen eine Sattelzugmaschine, ein Abrollkipper, ein Lkw mit Müllpresseaufbau sowie weitere Exponate: Keiner davon hat einen Verbrennungsmotor.

Der gesamten Transportbranche ist klar, dass sie auf emissionsfreie Antriebe umsteigen muss. "Die Industrie steht für fünf Prozent der globalen Treibhausgasemissionen weltweit. Die Nutzfahrzeugindustrie befindet sich in den Startlöchern, was die Dekarbonisierung ihrer Fahrzeuge angeht", sagt Bernd Heid, Senior Partner bei McKinsey und Co-Autor der Studie Preparing the world for zero-emission trucks, die die Unternehmensberatung zur Messe vorstellt. Danach wird im Jahr 2035 mehr als die Hälfte der neu zugelassenen Lkw in Europa, den USA und China elektrisch angetrieben werden. Bis 2040 steigt der Anteil an batterieelektrischen Nutzfahrzeugen und solchen mit Brennstoffzelle auf über 85 Prozent der Neuzulassungen an.

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