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Kia Niro EV: Gereift und gewachsen

Kia überarbeitet sein Erfolgsmodell Niro. Das Elektroauto übernimmt einiges aus dem Kia EV 6. Eindrücke einer Testfahrt.


Die Straße schlängelt sich den Feldberg im Taunus hinauf. Mein Blick bleibt auf dem Asphalt, denn die Angaben zum erlaubten Tempo und der Navigation sehe ich im Head-up-Display. Auch, welche der diversen Assistenten eingeschaltet sind, wird hier angezeigt. Aktuell sind alle aus, denn die kurvige Strecke macht ohne fremde Hilfe am meisten Spaß. Der Kia Niro EV gehört in die Kompaktklasse und ist somit prädestiniert für die Stadt. Doch mit seinem tiefen Schwerpunkt macht die zweite Generation des Modells im kurvigen Mittelgebirge große Freude. Bei Überholmanövern gibt sich der 150-kW-Elektromotor im Sport-Modus spurtstark.

Der überarbeitete Niro EV ist gewachsen, hat aber nicht zugenommen. Das E-Auto ist jetzt 6,5 cm länger (4,42 m), 2 cm breiter (1,83 m) und 1 cm höher (1,55 m). Dennoch haben es die Ingenieure geschafft, 50 kg Gewicht bei Akku und Karosserie einzusparen. Auch der Randstand gewinnt zwei Zentimeter auf 2,72 Meter.

Das alles kommt den Passagieren im Innenraum zugute. Laut Hersteller fallen die Vordersitze 30 Prozent dünner aus, bei gleichem Komfort, was gut für die Beinfreiheit im Fond ist. Als Fahrer freue ich mich, einige Funktionen aus dem EV 6wiederzufinden, während ich mit der Kombination aus kompakter Limousine und SUV den Feldberg umrunde.


Der Niro ist ein Erfolgsmodell

Für die koreanische Marke ist der Niro nach dem Ceed die erfolgreichste Baureihe. Seit 2018 gibt es eine vollelektrische Niro-Version. Mit dem Soul gehörte das Unternehmen 2014 zu den E-Auto-Pionieren.


Noch wagt Kia nicht den konsequenten Umstieg auf batterieelektrische Autos, es gibt auch den Niro PHEV (Plugin-Hybrid) und den Niro HEV (Voll-Hybrid). Das ist ein Grund, warum man nicht die E-GMP-Plattform mit ihrem 800-Volt-Batteriesystem gewählt hat. Nur die K-Plattform ermöglicht den Einsatz von Verbrennungsmotoren.

Die drei Niro-Varianten stehen auf der dritten Generation dieser Fahrzeugplattform. Auch der Einstiegspreis von knapp unter 40.000 Euro wäre mit E-GMP nicht möglich gewesen.

Doch wie sehr die Kia-Ingenieure inzwischen den Elektroantrieb zu schätzen wissen, zeigt sich in der Vollhybrid-Version. Um Gewicht zu sparen, verfügt der 1,6-Liter-Motor über keinen Rückwärtsgang. Zurücksetzen funktioniert nur elektrisch. Sollte der 1,32-kWh-Akku leer sein, muss der Verbrenner erst elektrische Energie erzeugen, bevor es weiter rückwärts geht.

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