7 Abos und 0 Abonnenten
Artikel

Der fast perfekte (Film-)Bösewicht

Elon Musk bei der Eröffnung seiner Gigafactory im texanischen Austin

Nerdiger Startup-Entrepreneur war Elon Musk gestern. Heute ist er ein Hollywood-affiner Mega-Multi-Unternehmer mit Privatjet. Bis zum Schurken sind es nur noch wenige Schritte.

Eine Glosse von Dirk Kunde

Mit weißer Katze auf dem Schoß in einem übergroßen Sessel kann man sich Elon Musk nicht vorstellen. Aber wie er da bei der Fabrikeröffnung in Austin auf der Bühne steht, die Arme in die Luft gestreckt, mit ernster Miene, dunkler Sonnenbrille und Cowboyhut, das hat schon etwas Schurkenhaftes.


Ernst Stavro Blofeld war sicher ein Guter, bevor er James Bond nach dem Leben trachtete, auch Simon Peter Gruber aus Stirb Langsam war nicht immer fies und hatte lange nichts gegen John McClane. Irgendwann ist aber ein Wendepunkt erreicht, an dem ein guter Mensch mit hehren Zielen zu einem Schurken mit übergroßem Ego und Allmachtsphantasien wird.

Vielleicht denke nicht nur ich hier an Elon Musk. Für mich sind Vorzeichen eindeutig, es ist nur noch eine Frage der Zeit.

Dass Elon Musk eigentlich ein guter Mensch mit lobenswerten Zielen ist, steht außer Frage. Zumindest wenn man seine Fans fragt. Der gebürtige Südafrikaner schart immer mehr treue Anhänger um sich, die ihm wie einem Messias huldigen. Doch inzwischen hat der Unternehmer eine bunte Mischung an Firmen etabliert, die sich auch für böse Zwecke nutzen lassen.


Die Parallelen zu bekannten Filmvorbildern sind so offensichtlich, dass auch Musk sie sehen müsste, schließlich hat er ein Faible für die Traumfabrik. Teile von Iron Man wurden in Space-X-Hallen gedreht, er absolvierte Kurzauftritte in Iron Man 2 und The Big Bang Theory, es gibt Pläne für ein Tesla-Autokino in Hollywood. Musk besitzt den Lotus Esprit, der in James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte im Meer abtauchte. Der Unternehmer war zweimal mit der britischen Schauspielerin Talulah Riley verheiratet und hatte kurzzeitig eine Beziehung mit Johnny Depps Ex, der Schauspielerin Amber Heard.


Erde zerstört. Auf zum Mars!

Aber genügt ein Faible für Filme und Schauspielerinnen für meine gewagte Vorhersage? Nein - seine Pläne für die Besiedlung des Mars aber schon eher. Wer will schon auf dem Roten Planeten mit gerade einmal 0,146 Prozent Sauerstoff in der Atmosphäre leben? Nur jemand, der die Erde in einem unbewohnbaren Zustand hinterlassen hat.

Das ist auch der rote Faden der James-Bond-Reihe: Immer geht es um Weltherrschaft und Zerstörung. In Der Spion, der mich liebte will Bösewicht Stromberg einen Atomkrieg provozieren und eine neue Zivilisation auf dem Meeresboden begründen. In Moonraker verschwindet ein Raumgleiter von Drax Industries. Die Parallelen zu Space X liegen auf der Hand.

Zum Original