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Elektroautos: Was man beim E-Auto-Leasing beachten sollte

Familie Z. aus Berlin hat sich entschieden: Das nächste Auto soll elektrisch fahren. Neben dem Umweltaspekt ist das günstige Leasingangebot eines Herstellers ein Argument, das sie von der Idee überzeugt. Auf der Website von Hyundai wird der Kona Elektro ab 99 Euro monatlich mit einer Laufzeit von 36 Monaten angeboten.

Familie Z., die lieber anonym bleiben möchte, macht bei einem Hyundai-Händler im Berliner Umland eine Probefahrt. Die findet in einer Kona-Version mit großer Batterie und stärkerem Motor statt. Die Variante für monatlich 99 Euro sei gerade nicht vorhanden, entschuldigt sich der Händler. Die Familie ist trotzdem angetan vom koreanischen Elektroauto und bittet um ein schriftliches Leasingangebot für die kleine Ausstattung.

Wenig später erhält Familienvater Z. ein Angebot und ist überrascht: Die Leasingrate liegt bei 232,71 Euro und die Laufzeit beträgt 48 Monate. Dabei handelt es sich um die große Version des Kona. Die Aktion für die kleine Ausstattung sei ausgelaufen, erfährt Z. vom Händler. Auf der Website des Händlers ist sie allerdings weiterhin zu finden. Ein Hyundai-Sprecher verweist auf die Eigenständigkeit der Unternehmen. "Unsere Vertragshändler bestimmen ihre Geschäftspolitik selbst", sagt er.

Risiko liegt beim Leasinggeber

Peter Hoberg geht davon aus, dass nur wenige Hyundai-Händler das 99-Euro-Angebot des Herstellers erfüllen können. Er ist Professor für Betriebswirtschaftslehre in Worms und beobachtet den Leasingmarkt. "Das Elektroauto mit der kleinen Batterie wird in Korea gefertigt, während der Kona mit der großen Batterie aus dem Werk in Tschechien kommt", erläutert Hoberg. Während des Corona-Lockdowns seien aber nur wenige Schiffe mit Autos aus Korea in Europa angekommen. Die Fabrik im tschechischen Nošovice stand dagegen nur wenige Tag still. Danach wurde auf Vorrat produziert. Die Hallen und Parkplätze der Händler dürften gut gefüllt sein, vermutet Hoberg.

Lange Zeit war in Deutschland vor allem für gewerbliche Kunden interessant. Unter anderem der Abgasskandal hat das verändert. Der Preis für Dieselautos auf dem Gebrauchtwagenmarkt fiel deutlich, ein großer, unerwarteter Verlust für die Halterinnen. Beim Leasing hingegen müssen sich Kunden in der Regel um mögliche Wertverluste keine Sorgen machen: Das Risiko trägt die Leasinggesellschaft - zumindest, wenn man sich für sogenanntes Kilometerleasing entscheidet, wie es die meisten Kunden tun.

Elektroautos zu leasen, ist aus demselben Grund attraktiv. Denn derzeit verlieren E-Autos vergleichsweise schnell an Wert. Das liegt daran, dass noch nicht klar ist, wie sehr die Leistung der Batterien mit den Jahren nachlässt. Beim Kilometerleasing muss sich die Kundin darüber keine Gedanken machen.

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