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Battery Day: Giga war gestern

Elon Musk

Statt Applaus hört Hupen. Der Firmenchef steht auf einer Bühne unter freiem Himmel im kalifornischen Fremont, vor ihm parken 240 Tesla-Autos des Typs Model 3 wie in einem Autokino. So sieht eine Tesla-Hauptversammlung in Corona-Zeiten aus. Daran schloss sich der Battery Day an, bei dem Musk Neuheiten aus der Tesla-Welt präsentiert. Für Fans, Aktionärinnen und Investoren einer der wichtigsten Tage im Jahr. Wird Elon Musk das nächste große Ding vorstellen?

Zumindest kündigte Musk einen großen Schritt an. Er will den Einstiegspreis für einen Tesla auf 25.000 Doller (ca. 21.000 Euro) drücken - und der Wagen soll auch noch autonom fahren können. "Wir wollen den Übergang zu nachhaltiger Mobilität, die sich jedermann leisten kann", sagt der Tesla-Chef. Eine Ankündigung, die die Wettbewerber in Deutschland und anderen Ländern weiter unter Druck setzt. Sollte Musk dieses Versprechen einlösen, würde Tesla beim Preis neue Maßstäbe setzen. Derzeit ist das Model 3 in den USA ab 40.000 Dollar zu haben.

So will Tesla seine Vorreiterposition in der Elektromobilität weiter ausbauen. Musk gab als neues Ziel aus, ein Prozent Marktanteil am globalen Automarkt zu erreichen. Das wären rund 20 Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Im vergangenen Jahr hat Tesla 367.000 Autos ausgeliefert. Aktuell fahren rund eine Million Elektroautos mit einem T auf der Front auf den Straßen. Um das angepeilte Wachstum zu realisieren, muss Tesla stark expandieren.

Tera statt Giga

Tesla verfolgt dabei eine ungewöhnliche Strategie. In der Autoindustrie läuft es üblicherweise so: Hersteller bauen vorgefertigte Komponenten der Zulieferer zusammen. Tesla dagegen entwickelt und fertigt möglichst viel in Eigenregie. Das gilt auch für die Batteriezellen. Musk und Drew Baglino, sein verantwortlicher Mitarbeiter für Energie, erläuterten beim Battery Day, wie sie Zellchemie, das Format der Zellen sowie den Einbau ins Fahrzeug verändern werden. Dadurch wollen sie den Investitionsaufwand in der Fertigung um 69 Prozent pro Gigawattstunde senken. Der Herstellungspreis pro Kilowattstunde soll um 56 Prozent sinken.

Konkrete Summen nennen Musk und Baglino nicht. Doch in der Branche heißt es, dass Tesla die Preisschwelle von 100 US-Dollar pro Kilowattstunde bereits unterschritten hat - Volkswagen allerdings auch. Musk will seine ehrgeizigen Pläne innerhalb der kommenden 18 Monate umsetzen. Ihre volle Wirkung soll die neue Zellproduktion in spätestens drei Jahren entfalten: Verdoppelte Reichweite, bei halbierten Herstellungskosten. Das sind ambitionierte Ziele. Doch Musk hat bislang seine Ankündigungen stets realisiert - auch wenn es oft etwas länger dauerte, als er zunächst ankündigte.

Damit das gelingt, setzt Musk darauf, die Produktionskapazität seiner Batteriefabrik auszubauen. Tesla-Fabriken heißen jetzt schon wenig bescheiden Gigafactory, aber das ist Musk noch nicht genug. "Tera ist das neue Giga", sagt der Gründer. Bis 2022 soll das Produktionsvolumen der Tesla-Batteriefabrik auf 100 Gigawattstunden steigen. Im Jahr 2030 soll es 3.000 Gigawatt oder 3 Terawattstunden betragen. Die Zusammenarbeit mit seinen bisherigen Zelllieferanten Panasonic, LG Chem und CATL will Tesla beibehalten. "Wir benötigen sämtliche Batteriekapazitäten", sagt Musk.

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