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Elektromobilität: Geladen wird am Freitag

In den Niederlanden wird deutlich mehr an AC-Anschlüssen geladen

Das Coronavirus hat der Elektromobilität buchstäblich den Stecker gezogen. In der Kalenderwoche 11 gab es Mitte März noch rund 90.000 bundesweite AC-Ladevorgänge sowie 23.000 DC-Ladevorgänge. Ende des Monats (KW 13) sind sämtliche Ladevorgänge an öffentlichen Ladepunkten um die Hälfte zurückgegangen. An Schnellladesäulen entlang der Autobahnen liegt der Rückgang sogar bei 80 Prozent.

Die Daten stammen von dem Münchner Unternehmen Cirrantic und wurden von Theon Data aufbereitet. Exklusiv für Golem.de haben die beiden Unternehmen Zahlen für einen Ländervergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden zusammengestellt. Die Daten stammen aus den sogenannten Charging Point Operators (CPO), den Backends der Betreiber. Sie zählen zu Cirrantics Partnern. Zudem stehen dem Unternehmen ausgewählte Nutzungsdaten bei öffentlich geförderten Ladepunkten zur Verfügung.

"So können wir aktive Ladevorgänge erfassen", erläutert Arne Meusel, einer der Gründer von Cirrantic. Die geladene Energiemenge oder mit welchem Zahlungsmittel der Ladevorgang beglichen wurde, erfährt Cirrantic aus Datenschutzgründen nicht. "Doch wir können sehen, welche Ladekarten die höchste Abdeckung haben", sagt Ludwig Hohenlohe, Geschäftsführer von Theon Data. Danach sind Ende März in Deutschland in den Top 5: Mobility+ (EnBw), Shell Recharge (ehemals New Motion), Einfach Strom Laden (Maingau Energie), Plugsurfing und Get Charge (Telekom).

Mit welcher Karte lädt man am günstigsten?

Neben Electric Mobility Providern (EMP) zählen Energieversorger und Autohersteller zu den Cirrantic-Partnern. Die einen wollen ihre Netzplanung verbessern, die anderen ein komfortableres Laden ermöglichen. Aktuell herrscht in Deutschland große Intransparenz, welche Ladekarte wo und zu welchen Konditionen akzeptiert wird. Der (Preis-)Streit zwischen Ionity und EnBW ist ein Beleg dafür.

Der Vergleich zeigt: Die Niederlande haben eine deutlich besser ausgebaute öffentliche Ladeinfrastruktur. (Bild: Cirrantic)

Dataport, verschiedene Standorte über duerenhoff GmbH, Raum Kempen

Neben dem Tarif-Chaos ist der Ladevorgang umständlich, weil zunächst ein Lesegerät an der Ladesäule den Chip in der Karte erkennen muss. Das klappt nicht immer. Ideal wäre es, Ladevorgänge direkt auf dem Display im Fahrzeug zu starten. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einem integrativen Produkt", sagt Meusel.

Die beiden Unternehmen nutzen ihre Datenauswertung auch für eine Smartphone-App. Sie heißt Moovility.

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