Dirk Kunde

Technologie-Journalist, Hamburg

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Selbstfahrende Teslas werden zu Leihautos

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Elon Musk bei der Model 3-Präsentation in L.A.

Zehn Jahre nach dem ersten geheimen Masterplan legt Elon Musk mit Teil zwei nach. Wer einen selbstfahrenden Tesla besitzt, soll ihn künftig verleihen und so Einnahmen erzielen können. Nach dem Model 3 plant der Elektroautohersteller einen Pickup Truck für seine Modellpalette. Aber auch Pläne für elektrisch angetriebene Lastwagen sowie Busse liegen auf Musks Schreibtisch.

Elon Musk hat einen neuen Masterplan für Tesla vorgestellt. (Foto: Dirk Kunde)

Dem Plan zufolge werden künftig alle Tesla-Fahrzeuge in der Lage sein, autonom zu fahren. Redundante Systeme sollen bei einem Ausfall eines Sensors - Kamera, Radar, Ultraschall - immer noch in der Lage sein, den Wagen sicher zu steuern. Bis dahin wird es jedoch noch dauern - wie lange genau, wird nicht erläutert. Die größten Hürden würden gesetzliche sein, schreibt Musk. Er rechnet mit rund zehn Milliarden autonom gefahrenen Kilometern, bevor die Gesetzgeber der diversen Länder eine Regelung treffen.

Musk verteidigt den Autopiloten

Aktuell sammelt Tesla täglich Daten von über fünf Millionen Kilometern, die per Autopilot gefahren wurden. Musk geht zwar nicht auf den Autounfall von Anfang Mai ein, bei dem der Fahrer mit aktiviertem Autopiloten unter einen Lkw geriet und starb. Doch wehrt er sich gegen die Forderung, den Autopiloten in den Elektroautos abzustellen: "Es würde genauso wenig Sinn ergeben, wie den Autopiloten in Flugzeugen abzustellen, nach dem wir unser System benannt haben."

Aktuell liegt die Statistik in den USA bei einem Verkehrstoten pro 89 Millionen gefahrenen Meilen. Teslas Autopilot werde diese Meilenzahl mehr als verdoppeln, prophezeit Musk. Auch auf den Zusatz Beta beim Autopiloten geht er in seinem Masterplan ein. Das Wort sei keinesfalls so zu verstehen wie bei Softwareversionen. "Jede Funktion durchläuft bei uns ausgedehnte Tests, bevor sie für Kunden freigeschaltet wird", schreibt Musk. Man habe den Begriff Beta gewählt, um die interne Selbstzufriedenheit klein zu halten und damit deutlich zu machen, dass weitere Verbesserungen anstehen. Sobald der Punkt erreicht sei, dass der Autopilot ungefähr zehnmal so sicher sei wie der Durchschnitt aller Fahrzeuge in den USA, werde das Beta-Label entfernt.

Verleih Deinen Tesla

Da Autos nur fünf bis zehn Prozent der Zeit von ihren Besitzern gefahren werden, ergibt es Sinn, die Ressource zu teilen. Während der Besitzer im Büro, auf dem Sofa oder im Urlaub ist, kann er sein Fahrzeug anderen zur Verfügung stellen. Das plant auch Tesla: Mit der autonomen Selbstfahrfunktion sollen Mieter das Elektroauto per App zu ihrem Aufenthaltsort rufen. Der Besitzer soll für diese Fahrten Geld erhalten.

Laut Musk könnten die Einnahmen einen Großteil der Kauf- oder Leasing-Summe decken oder sogar übersteigen. "Das senkt die Anschaffungskosten dramatisch, bis zu dem Punkt, an dem sich fast jeder einen Tesla leisten kann." In Städten mit besonders hoher Leih-Nachfrage will Tesla eine eigene Flotte mit Autos betreiben, so dass der Bedarf gedeckt wird.

Eine Jahreszahl, wann alle Punkte des Masterplans Realität werden sollen, nennt Musk nicht.

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