Dietmar Braun

Fachjournalist, Hochschuldozent, Heilbronn

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Mundschutz - Sicherheit

Statt Atemlos - Mundschutz und Abstand

Die Bezeichnung von Mundschutz als „Masken" hat etwas Bedrohliches. Das Tragen von Mundschutz war früher in Arztpraxen als Hygiene üblich, wurde dann aber nur noch in Kliniken praktiziert.


(2020-05-22 db finanzwelt) Die Sprache ist, neben Gestik und Mimik, eines der wichtigsten Mittel zur Kommunikation unter Menschen. Leider stoßen wir Menschen beim Sprechen auch jede Menge an Feuchtigkeit aus dem Mund und Rachenraum aus. Wissenschaftler haben in der Zeit der Corona Pandemie die „Sprech-Wolke" untersucht. Das Ergebnis spricht für das Tragen von Mundschutz.


Mundschutz für Sprechende

Angesichts der bekannten Konzentration des Corona-Virus im Speichel Infizierter gehen Wissenschaftler in einer Studie davon aus, dass jede Minute lauten Sprechens mehr als 1.000 virusbelastete Tröpfchen produzieren kann, die acht Minuten oder länger in einem geschlossenen Raum in der Luft hängen bleiben. Dieselben Forscher hatten schon in einer im April 2020 veröffentlichten Studie beobachtet, dass leiseres Sprechen weniger Tröpfchen produziert. Das Tragen von einem Mundschutz würde, laut der Studie, den Ausstoß an


Tröpfchen deutlich verringern.

Sollte sich die erhöhte Ansteckungsgefahr durch Sprechen bestätigen, könnte dies vor allem die sehr schnelle Ausbreitung des Virus erklären. Zugleich würden Empfehlungen in sehr vielen Ländern für das Tragen von Gesichtsmasken wissenschaftlich belegt.


Küssen verboten

Die Übertragung beim Küssen wurde noch nicht klinisch oder in Studien untersucht - aber schon die Logik spricht für eine Übertragung von Erregern und Viren.

Es scheint besser zu sein schon beim Flirten den Mundschutz zu tragen und auf Küssen zu verzichten. Das gilt insbesondere in geschlossenen und schlecht durchlüfteten Räumen.


Fankurve - die ansteckenden Anhänger

Ein Gefahr könnten die Sportveranstaltungen sein, wo Menschen gerne skandieren, schreien oder brüllen. Das gilt auch für den Karneval - wo vor lauter Begeisterung die Tröpfchen-Wollen im meist überfüllten Raum unterwegs sind.


Eng wird es - wo die Luft steht

Wo die Luft steht - zum Beispiel beim Aprés-Ski in der Discothek, dürfte ähnliches gelten. Ischgl war in Europa ein warnendes Beispiel als Hot-Spot der Infektion.


Dietmar Braun, freier Fachjournalist, Hochschuldozent für Risiko-Management

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