Dietmar Braun

Fachjournalist, Hochschuldozent, Heilbronn

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100 Jahre Allianz für Automobile

Automobile sind nicht nur die Hauptdarsteller im Diesel-Skandal, sondern die Zukunft im neuen Mix von Mobilität und Transport. Die Allianz will zum 100jährigen KFZ-Versicherer-Jubiläum Neues wagen.


(db finanzwelt) Die Allianz Deutschland AG aus München, eine Tochter der Allianz SE, meldet jeder zweite gemeldete Sachschaden in der deutschen Versicherung von Kraftfahrzeugen sei ein Park- und Rangierunfall. Der damit verbundene Schadenaufwand ist sehr hoch. Für die Schäden zahlen alle Autoversicherer in Deutschland 3,4 Milliarden Euro an Kunden und geschädigte Dritte aus. Die Unfälle und Schäden sind für Versicherte ärgerlich, weil diese den Schadenfreiheitsrabatt und damit die zu zahlende Prämie belasten oder sich bei Fahrerflucht der Verursacher nicht ermitteln lässt.


Im Zentrum des 6. Allianz Autotages am 27. September 2018 in Ismaning bei München stand das Thema „Parken und Rangieren". Experten aus Politik, Assekuranz und Autoindustrie diskutierten wie künftig Park- und Rangierschäden zu vermeiden sind, unter Nutzung der Daten und Messungen aus den verbauten Einpark-Assistenten.


Automobile sollen Milliarden Euro einsparen

Die Kraftfahrt-Sparte der Allianz feiert 2018 ihr 100jähriges Jubiläum. Ein Anlass die Zukunft in der Sparte für Versicherte einfacher, günstiger und bequemer zu gestalten.


Nach Auswertung einer Studie des Gesamtverbandes Deutscher Versicherungswirtschaft (GDV) unter Beteiligung des Allianz Zentrum für Technik (AZT) könnten in Deutschland zwei Drittel (63 Prozent) der Park- und Rangierschäden und damit ein Schadenaufwand von 2,1 Milliarden Euro vermieden werden, wenn alle Fahrzeuge mit aktiv bremsenden Einpark-Assistenten ausgestattet wären.


„Es wäre volkswirtschaftlich vernünftig, wenn künftig aktiv bremsende Parkassistenten serienmäßig in allen Fahrzeugen verbaut würden", sagt Joachim Müller, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG.

Testverfahren für Park-Notbremssysteme

Zur Qualitätsprüfung der Assistenten hat das Allianz Zentrum für Technik in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern einen neuen Teststandard für Park-Notbremssysteme entwickelt. Getestet wird das automatische Bremsen bei der Annäherung an Hindernisse wie andere Fahrzeuge, Poller und Säulen. Die Systeme müssen sich bei jedem Motorstart automatisch aktivieren und durchgehend aktiv sein. Die Testszenarien sind realen Unfällen in Bezug auf Geschwindigkeit, Anfahrwege und Richtung nachempfunden.


Automobile als mobile Intelligenz

Um die Vorteile der Fahrer-Assistenten für die Tarifierung der Autoversicherung nutzen zu können, benötigen die Versicherer exakte Informationen über die im Fahrzeug verbauten Systeme. Da diese nicht unmittelbar in der Fahrgestell-Nummer enthalten sind, sind die Automobilhersteller in der Pflicht, für eine einfache und schnelle Identifizierungsmöglichkeit zu sorgen.


„Damit werden diejenigen Fahrzeughersteller belohnt, die in die Entwicklung geeigneter Assistenzsysteme investieren, und sicherheitsbewusste Kunden profitieren von einem geringeren Versicherungsbeitrag", so Müller.


Der Auto-Tag zeigte klar, dass die Allianz Kraftfahrtversicherung zum 100jährigen Jubiläum in 2018 bestens aufgestellt ist.


Dietmar Braun (db)

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