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Mentoring: "Sindbad" verhilft Schülern zu einer besseren Zukunft

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Social Start-Up: Die „Sindbad"-Mentoren unterstützen Neue Mittelschüler bei schulischer und beruflicher Planung.

WIEN. Ein Drittel der österreichischen Jugendlichen mit Pflichtschulabschluss ist arbeitslos, ein Viertel der Lehrlinge bricht die Lehre ab. Der Grund dafür sind oft ungerecht verteilte Chancen in Sachen Bildung. Hier setzt das Social Business "Sindbad" an. „Wir sind überzeugt, dass individuelle Beziehungen einen gesamtgesellschaftlichen Unterschied machen", erklärt Gründer Andreas Lechner. Deshalb startete er 2016 mit Joseph Kap-Herr ein Mentoringprogramm.

Nun fand der fünfte Durchgang statt: Je 60 Neue Mittelschüler und Mentoren lernten sich dafür beim Speeddating im Neubauer Impact Hub kennen. Die Schüler zwischen 14 und 16 Jahren besuchen die neunte Schulstufe einer sogenannten "Wiener Brennpunktschule". Die Mentoren studieren oder sind berufstätig, sind maximal aber 35 Jahre alt.

Interessen und Stärken im Fokus

Mit dem neuen Durchgang steigt die Zahl der Mentoren und "Mentees" - also deren Schützlinge - nun auf mehr als 500. Ab sofort treffen sich die Teams über ein Jahr hinweg für eine gemeinsame Zukunftsplanung. Die Schüler sollen ihre Talente entdecken und sich gezielt mit ihren Interessen und Stärken auseinandersetzen. Das Ziel ist, dass alle Jugendlichen die von ihnen gewünschte schulische oder berufliche Ausbildung erreichen.

Doch nicht nur die Mentees profitieren vom Programm, auch bei den Mentoren besteht großes Interesse am Austausch. „Wir haben schnell gesehen, dass die Idee, Lebenswelten miteinander zu verbinden, sehr gut ankommt", meint Matthias Lovrek, Head of Mentoring. „Wir bauen ein Netzwerk zwischen Schülern, Studenten, Unternehmen und Organisationen auf, in dem alle einander verstehen lernen und profitieren."

Workshops und Trainings

Die Mentoring-Teams werden während der Zeit im Programm durchgehend von "Sindbad" unterstützt, darüber hinaus gibt es Workshops und Trainings ganz im Zeichen der Weiterbildung und des Kennenlernens. In Zusammenarbeit mit Unternehmen wird den Jugendlichen ermöglicht, Einblicke in die Berufswelt zu gewinnen.

Finanziert wird das junge Sozialunternehmen einerseits durch Förderungen und Spenden, andererseits von Partnerunternehmen, die etwa in der Lehrlingsschmiede motivierte Bewerber finden oder eigene Mitarbeiter als Mentoren entsenden, um deren Führungsqualitäten zu stärken. Mittelfristig will sich "Sindbad" so selbst finanzieren. Und auch sonst hat das "Sindbad"-Team noch viel vor: 2021 soll österreichweit jeder dritte Mittelschüler der neunten Schulstufe einen "Sindbad"-Mentor haben.

Für Interessierte gibt es am 10. Dezember um 19 Uhr den nächsten Info-Abend (15., Sparkassaplatz 3). Infos: www.sindbad.co.at

Autor: Dina Brunnbauer aus Josefstadt

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