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Die letzte Programmvideothek Wiens

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Die Filmgalerie Achteinhalb ist eine der letzten Videotheken in Wien und bietet ihren Kunden individuelle Beratung und Empfehlungen aus dem Programmkino.

ALSERGRUND. Nur noch zehn Videotheken soll es in Wien geben. Eine davon ist in der Garnisongasse, die Filmgalerie Achteinhalb. Gleich hinter der Votivkirche findet man hier eine Auswahl an Klassikern der Filmgeschichte, des Programmkinos sowie ausgewählte Neuheiten. Seit 2004 gibt es den Laden schon, gegründet wurde er von Alexander Lustig.

Mittlerweile wird der Verleih als Verein geführt. Gemeinsam mit Petra Forstner und Isabel Apel leitet Lustig den Verein. Ihre gemeinsame Mission: gute Filme an den Mann oder die Frau zu bringen. Sie möchten in ihrer Videothek die Höhepunkte der Filmgeschichte abdecken und auch Filme anbieten, die man nicht so einfach findet. „Wir wollen Filmkultur niederschwellig zugänglich machen", meint Forstner.

„Damit die Leute, die zu uns kommen, mit Filmen rausgehen, an die sie vorher vielleicht nicht gedacht hätten." Das spiegelt sich auch in der Sortierung wider: Auf der einen Wand sind die Filme nach Genre und auf der anderen Wand nach Regisseuren geordnet - damit man leichter auf zuvor unbekannte Werke aufmerksam wird.

Persönliche Empfehlungen

Auch in Zeiten von Netflix und anderen Streaming-Plattformen schätzen die Kunden die vielfältige Auswahl der Filmgalerie Achteinhalb. Besonders Filmliebhaber und -kenner finden immer etwas Neues und lassen sich auch gerne von den Mitarbeitern beraten. „Bei uns gibt es keinen Algorithmus, der etwas vorschlägt und dich wo hineinziehen will, sondern man kann sich auf Entdeckungsreise begeben", sagt Forstner. Auf der Homepage der Videothek kann man sich über die angebotenen Filme informieren. Für die meisten Kunden ist aber gerade der persönliche Dialog im Laden das besondere Erlebnis und der Grund, warum sie der Videothek treu bleiben.

Aus Liebe zum Film

Bei ausgefallenen Wünschen können Filme auch bei einer befreundeten Videothek in Berlin bestellt werden. Um sich einen Film auszuleihen, muss man Vereinsmitglied werden und einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 8,50 Euro bezahlen. Dazu kommt noch die Leihgebühr für die Filme.

Benannt ist die Filmgalerie nach einem Film des italienischen Regisseurs Federico Fellini. „Achteinhalb" war einer seiner bekanntesten Filme, der von der Liebe zum Filmemachen handelt. Die Liebe zum Film ist auch in den Mitarbeitern verankert, und das merkt man, wenn man die gut sortierte Videothek betritt.

Autor: Dina Brunnbauer aus Josefstadt

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