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Verkehrssicherheit: Augen und Ohren für den Kaisermühlentunnel

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Die Asfinag hat nach knapp zwei Jahren die Erneuerung aller Sicherheitseinrichtungen im längsten Autobahntunnel Wiens abgeschlossen.

DONAUSTADT. 40 Millionen Euro wurden in Beleuchtung, Lüftung, Brandschutz und Alarmsystem investiert, jetzt ist der Tunnel am neuesten Stand der Technik, erklärt Kurt Portschy, Bereichsleiter für elektromaschinelle Ausrüstung bei der Asfinag, bei dem alles an Technologie für das Sicherheitskonzept zusammenläuft.

Dabei war es durchaus eine Herausforderung die gesamte Technik hochzurüsten, denn es handelt sich immerhin um den Tunnel mit der stärksten Verkehrsbelastung in ganz Österreich. Noch dazu gibt es sehr viele Ein- und Ausfahrten, die eingebunden werden müssen.

Lebensretter AKUT

Herzstück der Sicherheitstechnik ist das elektronische Alarmsystem AKUT. Dafür wurden 91 Mikrophone und 188 Kameras - etwa alle 100 Meter - eingebaut. Die Mikros erkennen von selbst untypische Geräusche wie etwa einen Aufprall, quietschende Reifen oder Stimmen und schlagen im Bruchteil von Sekunden Alarm.

Die nächstgelegene Videokamera sendet dann sofort ein Bild an die zuständige Asfinag Verkehrsmanagement Zentrale in Inzersdorf. Dort sehen die Operatoren, um welchen Zwischenfall es sich handelt und können im Notfall sofort reagieren. „Bei einer Unfallsituation ist es notwendig schnell zu handeln. Drei bis fünf Sekunden können Leben retten", meint Portschy.

Die bz war beim Test der AKUT-Anlage dabei: Schreie, Hupen und das Zuschlagen einer Autotür im Tunnel wurden durch das System sofort erfasst. Entwickelt wurde das innovative System von Johanneum Research gemeinsam mit den Experten der Asfinag.

Belüftung gegen Rauch

Neben dem Alarmsystem sorgen auch die erneuerte Beleuchtung und Belüftung für mehr Sicherheit. Die neuen LED-Lampen ermöglichen klare Sicht und ein 60 Prozent höheres Beleuchtungsniveau - bei gleichbleibendem Stromverbrauch.

Dazu wurden insgesamt 40 Stück Streuventilatoren für die Tunnellüftung eingebaut. Vor den Tunnelportalen befinden sich jeweils sechs Mega-Lüfter. Bei einem Brand sorgen die Lüfter dafür, dass die Rauchgase aus dem Tunnel geblasen werden. Sie sind dabei so aufeinander abgestimmt, dass alle Fluchtwegen in den Nebenröhren des Tunnels frei von Rauch bleiben.

Voll aufgedreht blasen die Lüfter mit einer Geschwindigkeit von zwei Metern pro Sekunde. Die Anlage wurde bereits an unterschiedlichen Stellen durch die Simulation von Bränden getestet. Das Ergebnis: Nach spätestens 90 Sekunden hat die Tunnelsteuerung den Brand lokalisiert und die Lüftungen vollautomatisch in Betrieb gesetzt.

Außen wird auch der Tunnel auf Rot gesetzt und ankommenden Fahrern wird signalisiert, dass sie nicht mehr reinfahren dürfen. Portschy ist nach den Tests zufrieden: „Der Kaisermühlentunnel ist einer der sichersten in Europa."

Autor: Dina Brunnbauer aus Josefstadt

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