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Tag der Industrie: Wettbewerb und Sozialstaat

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Die österreichische Industrie netzwerkte bei der Industriekonferenz im Wiener Konzerthaus.

LANDSTRASSE. Unter dem Motto „Wohlstand gestalten: Exportnation & sozialer Staat" fand heuer der Tag der Industrie statt. Einmal im Jahr trifft im Rahmen der Konferenz auf Einladung der Industriellenvereinigung (IV) die österreichische Industrie zusammen, dieses Jahr zum ersten Mal im Wiener Konzerthaus.

Einen Tag lang wolle man sich damit beschäftigen, dass Sozialstaat und Exportnation kein Widerspruch seien, meinte IV-Präsident Georg Kapsch bei der Begrüßung der Gäste. In einem vielfältigen Programm wurde diskutiert, wie die Industrie als Wohlstandstreiber agieren kann und welche gesellschaftspolitische Verantwortung damit einhergeht.

Daneben war bei Kaffeepausen auch noch Raum und Zeit zum Gespräch mit alten und neuen Bekanntschaften und um sich an der Architektur der Hallen des Konzerthauses zu erfreuen. Eingeladen waren Experten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die unterschiedlichste Perspektiven boten.

Uneinig über Arbeitszeit

Den Anfang machte als „Ein-Mann-Aufwärmband", wie er es selbst bezeichnete, der frühere deutsche Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Er sprach die militärischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen Europas an und sah die Antworten darauf in der gemeinsamen Zusammenarbeit innerhalb der EU liegen.

WU-Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger, Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Industrie, Peter Scherrer vom Europäischen Gewerkschaftsbund und Gabriel Felbermayr vom ifo Zentrum für Außenwirtschaft diskutierten über globalen Wettbewerb und Sozialunion aus einer europäischen Perspektive.

KTM-Chef Stefan Pierer, Gewerkschaftsvorsitzende der Privatangestellten gpa-djp Barbara Teiber sowie Caritas Präsident Michael Landau und Margret Suckale vom Aufsichtsrat der Deutschen Telekom argumentierten, wie sich Wohlstand in der Exportnation Österreich gestalten lässt. Diskussionspunkte, bei denen man sich nicht einig wurde, waren Themen wie die Arbeitszeitdebatte. In einer weiteren Keynote skizzierte der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn die Lage der Weltwirtschaft und mit welchen Problemen die EU derzeit und in Zukunft zu kämpfen habe.

Landau erinnerte in seiner Funktion als Caritas Präsident daran, dass man die Schwächsten der Gesellschaft nicht alleine lassen dürfe und auch dies in der Verantwortung Industrieller liege.

Bei der Verabschiedung verriet Kapsch noch, was er sich persönlich von der Konferenz mitgenommen hat: die Bestätigung, dass Offenheit das Wesentliche ist, und: „dass es uns besser geht, als wir manchmal glauben."

Autor: Dina Brunnbauer aus Josefstadt

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