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Polizei-Initiative: Döbling: Mehr Unfälle mit Verletzten am Schutzweg

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Stadthauptmann Harald Hofmayer startet Initiative zur Prävention und fordert Rücksicht der Autofahrer.

DÖBLING. Der 19. Bezirk war im vergangenen Jahr überproportional häufig von Verkehrsunfällen auf Schutzwegen betroffen. Stadthauptmann Harald Hofmayer glaubt, dass die Disziplin bei allen Verkehrsteilnehmern zu wünschen übrig lässt. Das will er ändern. Sein Ziel: Der Schutzweg soll ein Tabubereich sein. "Der Fußgänger soll wissen: Hier kann ihm nichts passieren. Und das versuchen wir nun auch tatsächlich zu erreichen."

Seit einigen Monaten werden deswegen verstärkt vorbeugende Maßnahmen umgesetzt. Bei Behinderung oder Gefährdung am Schutzweg gibt es keine Anonymverfügung, sondern es wird eine Lenkererhebung durchgeführt. Schon wenn ein Autofahrer vor dem Schutzweg nicht stehen bleibt, wenn eine Person die Straße dort überqueren will, wird ein Verfahren eingeleitet. So will man Lenker dafür sensibilisieren, dass Vergehen am Schutzweg keine Kavaliersdelikte sind. Zudem kontrolliere man besonders an unfallträchtigen Kreuzungen intensiv. Ein sichtbarer Polizist erinnere Autofahrer daran, dass sie bei Fußgängerübergängen aufmerksam sein müssen.

Freilich kontrolliere man die Stellen auch nicht sichtbar und zeige etwaige Übertretungen dann an. "Ich habe mein Ziel erreicht, wenn ich in Zukunft öfter sehe, dass die Autos stehen bleiben, sobald sich ein Fußgänger dem Schutzweg nähert", meint Hofmayer.

Auch der Döblinger Bezirksvorstehung ist die Sicherheit bei Schutzwegen ein Anliegen. "Wir haben bei den sogenannten Hotspots massiv nachgerüstet", sagt der künftige Bezirksvorsteher Daniel Resch. Bei der Kreuzung der Grinzinger Allee mit der Huschkagasse, wo im vergangenen Jahr eine Frau erfasst und getötet wurde, habe man Lane-Lights eingebaut, die aufleuchten, sobald sich Fußgänger nähern. Auch den Zebrastreifen habe man frisch aufgetragen und besser ausgeleuchtet. So wolle man die polizeiliche Arbeit auch politisch unterstützen.

Als weitere gefährliche Stellen nennt Hofmayer die Döblinger Hauptstraße bei den Kreuzungen mit der Hardtgasse sowie der Pokornygasse. Bei ersterer komme es auch immer wieder zu Problemen mit Fahrradfahrern, die nicht auf die Schutzwege Acht geben würden.

Sensibilisierung bei allen

Grundsätzlich ist dem Stadthauptmann wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer für das Thema sensibilisiert werden. Auch Fußgänger sollten mit ihrem Verhalten Autofahrer nicht irritieren, sondern den Schutzweg zügig betreten und überqueren.

Sein Tipp für sicheres Verhalten am Schutzweg: "Der Fußgänger hat Vorrang, aber er sollte nicht darauf bestehen. Im Idealfall nimmt man mit dem Autofahrer Blickkontakt auf und erst wenn man erkennt, dass dieser eindeutig langsamer wird oder ein Handzeichen gibt, soll man den Schutzweg betreten."

Autor: Dina Brunnbauer aus Josefstadt

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