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Grannie-Tinder, faltbare Flaschen und Uber für Workaholics

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Die „Constantia flexibles“-Gruppe stellt die flexible Trinkflasche vor. – (c) Luiza Puiu

Senioren, die am Handy nicht nur Einkäufe und Arzttermine managen, sondern dort auch Liebe finden. Das ist nur eine der vielen kreativen Ideen, die ausgewählte Stipendiaten am Freitag bei der Endpräsentation des TU Austria Innovation-Marathons vorstellten. 40 Studenten bearbeiteten in Teams zu je fünf Personen Aufgabenstellungen von acht Unternehmen, darunter Philips, Logicdata, Energie Steiermark und Liebherr. Innovative Ansätze wurden etwa zum Leben in eingeschränktem Wohnraum, neuen Formen von Mobilität oder einer Art der Kundenbindung für Küchenprodukte gesucht. Nach 24 Stunden ließen sich die Stipendiaten am Freitagmorgen ihre Müdigkeit trotz einer schlaflosen Nacht nicht anmerken.

Die Präsentationen vor dem mehr oder minder ausgeschlafenem Publikum sorgte für einige Lacher. Etwa bei der Gruppe Logicdata, die den Auftrag hatte, Möbel zu erfinden, die sich Anforderungen anpassen. Ihre Idee: ein Regal, das zum Bett wird. Zeigen konnten die Studenten ihr Modell aber nicht, weil es Logicdata womöglich patentieren will. „Sie müssen uns wohl oder übel glauben, dass wir diese sehr innovative Lösung gefunden haben", meinten die Stipendiaten auf der Bühne.

Energie Steiermark suchte nach einer neuen logistischen Lösung, die ältere Menschen digital im Alltag unterstützt. Die Studenten entwickelten die eingangs erwähnte App, mithilfe derer Senioren etwa Taxis und Lebensmittel bestellen können. Die zusätzliche Gag-Funktion: eine Partnervermittlung à la Tinder. Auf der Präsentationsbühne dargestellt durch ein Bild von George Clooney und der Aufschrift „It's a match".

Wer immer nur im Stress ist, dem wird mit der Idee für Magna Steyr geholfen. Hinter „Servee" - dem „Service on Wheels" versteckt sich eine Personenbeförderung, die gleichzeitig als Coworking Space dient. In einem Auto mit Klapptischen, W-LAN, Handy-Auflademöglichkeit und kopfumschließenden Lautsprechereinheiten zum ungestörten Musikhören kann der Weg zum nächsten Termin effizient genutzt werden.

Erfolgsfaktor Diversität

Mit einem Modell zum Vorzeigen konnte eine Studentengruppe für Verpackungshersteller „Constantia flexibles" aufwarten. Die Stipendiaten aus Armenien, Griechenland, den USA und Österreich hatten die Aufgabe, eine flexible Verpackung für Flüssigkeiten im Lebensmittelbereich zu entwickeln. Das Endprodukt nach 24 Stunden war eine biologisch abbaubare Flasche mit einer festen Halterung aus nachhaltigem Bambus und einem flexiblen, durchsichtigen Mittelteil aus einem kompostierbaren Polymer. Wenn die Flüssigkeit in der Flasche weniger wird, lässt sich das Gebinde durch das flexible Material verkleinern. Außerdem gibt es verschiedene Größen für die Mittelteile, die die Flüssigkeit halten.

Die Nacht sei „herausfordernd und ermüdend gewesen", gleichzeitig aber „überraschend schnell vorbei gegangen", erzählt die „Constantia flexibles"-Gruppe. Eine tolle Erfahrung sei vor allem, dass die Gruppen bunt zusammengemischt wurden. Alle Gruppenmitglieder hatten einen unterschiedlichen wissenschaftlichen Background, was einen „clash of skills" ergab. Was mit den Ideen geschieht, liegt nun bei den auftraggebenden Unternehmen. Für die Stipendiaten war Schlaf am Morgen danach aber ohnehin das dringendere Bedürfnis.

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