2 Abos und 2 Abonnenten
Artikel

Lastenräder einfach ausprobieren

Ich entlaste staedte pressefoto 1340 0

Stau, schlechte Luft und schlechte Laune - der tägliche Kampf auf den Straßen ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Können Lastenräder Abhilfe schaffen? Ja, so die Arbeitsthese des deutschen Verkehrs- und Luftfahrzentrum (DLR). Mit dem vom Bundesumweltministerium geförderten Projekt „Ich entlaste Städte" will die Organisation das Lastenrad als Transportalternative bekannt machen. Der Fokus liegt dabei auf dem Ersatz des motorisierten Transporters bei Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen.

Dazu stellt das DLR verschiedene Lastenräder zur Verfügung, die von den Testpiloten drei Monate lang ausprobiert werden können. Derzeit hat das DLR 17 Modelle verschiedener Hersteller und Bauformen im Angebot. Die meisten Modelle verfügen über einen Pedelec-Antrieb mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 Kilometern pro Stunde und abschließbare Transportboxen. Aber auch Räder ohne Elektrifizierung oder S-Pedelecs mit einer Unterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde werden angeboten. Ob Schwertransporter, schneller Flitzer, Lieferbike oder Dreirad - für jeden Zweck lässt sich hier etwas finden.

Anzeige

Teilnehmen am Projekt können grundsätzlich alle Firmen und Einrichtungen in ganz Deutschland, die ihre Transporte derzeit mit Kraftfahrzeugen durchführen, zum Beispiel Dienstleister wie Handwerker, Plegedienster oder Hausverwaltungen, Betriebe mit Heimzustelldiensten, öffentliche Einrichtungen wie kommunale Verwaltungen, Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen, aber auch Selbstständige wie Fotografen.

Kann das Lastenrad sinnvoll in den Arbeitsalltag integriert werden?

Ein ähnliches Projekt ist im Frühjahr auch in Berlin angelaufen: Velogut testet in der Stadt einen E-Lastenradverleih für Unternehmen. Um erste Erfahrungen zu sammeln, ist das Projekt in der Pilotphase für die Kunden komplett kostenlos. Aber auch andere Städte versuchen, den Verkehr auf zwei Räder zu verlagern: In München beispielsweise gibt es eine Kaufprämie für E-Lastenräder von 25 Prozent (maximal 2000 Euro), Baden-Württemberg schießt sogar 50 Prozent bzw. bis zu 4000 Euro hinzu, allerdings anders als München nur für Gewerbe.

Anzeige

Das Projekt des DLR verfolgt dagegen noch einen wissenschaftlichen Ansatz: Alle Teilnehmer werden vor, während und nach dem Testzeitraum befragt. Keine Sorge, es wird nicht erwartet, dass das bisher für Transporte verwendete Auto sofort abgeschafft oder komplett durch Lastenräder ersetzt wird. Ziel des Forschungsprojekts ist es, herauszufinden, ob und inwieweit ein Lastenrad sinnvoll in einen Arbeitsalltag integriert werden kann. Das DLR will im Anschluss eine fundierte Einschätzung abgeben können, wie das Lastenrad als gewerbliches Fahrzeug von der Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen angenommen wird.

Wer teilnehmen möchte, muss einfach die Online-Befragung zur Begleitforschung beantworten und Wünsche zum Radmodell angeben. Das DLR bewertet die Bewerbung, der Zuschlag erfolgt nach Verfügbarkeit der Räder. Das Lastenrad-Testangebot läuft noch bis 2019.

Zum Original