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Schwimmendes Solarkraftwerk auf ehemaliger Kohlemine

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In der chinesischen Stadt Huainan hat nach Angaben der South China Post das Unternehmen Sungrow einen schwimmenden Solarpark in Betrieb genommen. Mit einer Kapazität von 40 Megawattpeak kann der Park Strom für rund 15.000 Haushalte erzeugen. Damit ist der schwimmende Park zwar nicht der erste, aber der bislang größte seiner Art. Das größte europäische Solarkraftwerk auf dem Wasser befindet sich auf dem auf einem Wasserreservoir in der Nähe von London, wo es nicht nur einen Teil des Energiebedarfs des Wasserversorgungunternehmens deckt, sondern auch die Verdunstung des Wassers reduziert. Diese Anlage ist allerdings mit 6,3 Megawattpeak deutlich kleiner als die chinesische Konkurrenz.

Aber weniger ihre Größe, sondern der Standort verleiht der Anlage in Huainan eine besondere Symbolkraft. Denn bei dem See auf dem die Solarmodule schwimmen, handelt es sich um einen ehemaligen Kohletagebau, der aufgrund starker Regenfälle mit Wasser vollgelaufen ist. Durch Rückstände des Kohleabbaus ist das Wasser belastet und kann daher nur schwer für andere Zwecke genutzt werden. Umso erfreulicher, dass die Fläche nun dazu dient umweltfreundliche Energie zu erzeugen.

Solarboom im Reich der Mitte

Lange Zeit hat das Reich der Mitte ausschließlich auf billige Kohle gesetzt, um seinen Energiehunger zu stillen. Und noch immer ist Kohle der wichtigste Energielieferant Chinas und das Land laut Wikipedia mittlerweile der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen. Doch immerhin hat China seine Verantwortung anerkannt und das Pariser Klimaabkommen von 2015 ratifiziert. Das Land hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2030 seine Kohlendioxid-Emissionen gemessen an der Wirtschaftsleistung gegenüber dem Jahr 2005 um 60 bis 65 Prozent zu reduzieren. Dazu fördert es massiv den Ausbau der erneuerbaren Energien. Tatsächlich ist China inzwischen die treibende Kraft hinter dem globalen Photovoltaik-Boom. Im vergangenen Jahr hat das Land insgesamt 34.500 Megawatt Solaranlagen installiert. Das entspricht fast der Hälfte des globalen Zubaus in Höhe von 75.400 Megawatt.

Hieraus zu schließen, dass China nun Vorreiter beim Klimaschutz ist, wäre jedoch verfrüht. Im eigenen Land haben Chinas Bemühungen, durchaus dafür gesorgt, dass die Kohlenachfrage stagniert. Gleichzeitig ist China jedoch in erheblichem Ausmaß an der Investition in neue Kohlekraftwerke im Ausland beteiligt, wie das Global Environmental Institute (GEI) analysiert hat - und fördert neben dem Ausbau der Erneuerbaren auch die Atomkraft.

Umso wichtiger sind Projekte wie in Huainan, die zeigen, welches Potenzial Solarenergie hat. Nicht nur um klimafreundlich Energie zu erzeugen, sondern auch um verseuchte Flächen aufzuwerten.

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