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Fairphone goes Österreich

Fairphone 1340

Weltweit türmen sich immer größere Müllberge aus alten Fernsehern, Handys, Computern und anderen technischen Geräten auf: 41,8 Millionen Tonnen Elektroschrott sind laut einer Untersuchung der Vereinten Nationen 2014 global angefallen. Die Deutschen steuern davon rund 1,8 Millionen Tonnen bei, also im Schnitt 21,6 Kilogramm pro Einwohner. Einen großen Anteil am Technikmüll haben auch immer neue Smartphones und Tablets, die viele Verbraucher in schnellen Zyklen erwerben. Denn viele Geräte lassen sich selbst bei kleineren Schäden nicht reparieren oder schlicht nicht mehr updaten.

Das niederländische Unternehmen Fairphone versucht dem schnellen Massenkonsum mit seinem modular aufgebauten Smartphone entgegenzuwirken. Austauschbare Ersatzteile, Reparatur-Tutorials im Internet und eine qualitativ hochwertige Fertigung sollen für Langlebigkeit sorgen. Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen seine Materialien bis zum Ursprung, um die höchst problematische Liefer- und Wertschöpfungskette in der Handyproduktion zu verbessern. Mit der Herstellung des ersten Fairphone arbeitet das Unternehmen mit Initiativen zur Beschaffung von Zinn und Tantal aus konfliktfreien Minen in der Demokratischen Republik Kongo zusammen. Auch Fairtrade-Gold kam bei der Entwicklung des Fairphone 2 zum Einsatz.

Fairphone erstmals als Vertragshandy

Rund 35.000 Mal wurde das Gerät, das 525 Euro kostet, bereits weltweit verkauft. Und nun könnte sein Absatz noch mal deutlich steigen, denn das Unternehmen hat einen wichtigen Schritt genommen, um einem breiten Publikum bekannt zu werden: Als weltweit erster Mobilfunkanbieter bietet das österreichische Unternehmen T-Mobile das faire Telefon als Vertragshandy an. T-Mobile betrachtet das Angebot als Teil seiner Nachhaltigkeitsstrategie; seit Anfang 2015 wirtschaftet das Unternehmen nach eigenen Angaben CO2-neutral. „Das Fairphone gibt unseren Kunden die Möglichkeit, sich jetzt auch beim Smartphone für einen nachhaltigen Lebensstil zu entscheiden", sagt T-Mobile CEO Andreas Bierwirth. Seit Ende März ist das Fairphone in Österreich in allen T-Mobile Shops, im Online-Shop und bei ausgewählten Partnershops für Privat- und Businesskunden erhältlich und wird über die Webseite beworben. Auch Ersatzteilen soll man einfach über T-Mobile erhalten können.

Für das Fairphone ist die Kooperation ein vielversprechender Schritt vom Nischenprodukt Richtung Massenmarkt. Denn T-Mobile Austria ist eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Telekom, einem der größten europäischen Telekommunikationsunternehmen. Läuft das Fairphone in Österreich gut, könnte es von hieraus den Kontinent erobern.

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