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ESV Kaufbeuren gewinnt das Derby beim EV Landshut

​Es läuft einfach so überhaupt nicht aktuell beim EV Landshut in der DEL2. Gegen den ESV Kaufbeuren entspannte sich zwar die Personalsituation und auch die Leistung war über weite Strecken gut. Am Ende aber stand auf dem Punktekonto mal wieder die Null. Die Allgäuer siegten nicht unverdient mit 4:3, weil sie über 60 Minuten diszipliniert und vor allem im letzten Drittel offensiv besser agierten als die Niederbayern.

„Wir brauchen einen Sieg, so einfach ist das!" - klare Ansage von EVL-Interimscoach Axel Kammerer. Der Tölzer Vulkan stand am Dienstagabend das drittletzte Mal an der Bande. Ab dem 13. Dezember wird dann Heiko Vogler das Steuer auf der niederbayerischen Kommandobrücke übernehmen. Bis dahin soll aber noch das ein oder andere Pünktchen geholt werden, bestenfalls im Dreierpack. Nur ein Sieg aus den letzten sechs Spielen war deutlich zu wenig. Selbiges galt für den ESVK, auch die bayerischen Schwaben konnten nur eine ihrer letzten sechs Begegnungen für sich entscheiden. Mutmacher auf heimischer Seite: Mit den Rückkehrern Andreé Hult, Julian Kornelli, Olafr Schmidt und Brandon Alderson war die Bank des EVL deutlich besser gefüllt als noch zuletzt.

Ob es genau daran lag, sei dahingestellt: Fakt war aber, dass die Hausherren eigentlich mit mehr Schwung aus der Kabine kamen. Eigentlich deswegen, weil die Gäste unter gütiger Mithilfe von Adrian Klein, der die Scheibe im eigenen Drittel vertändelte, das Tor machten - Maximilian Hops bedankte sich mit seinem ersten DEL2-Treffer, 0:1. Kurz darauf fanden die Niederbayern aber die passende Antwort. Genauer gesagt tat dies Henry Martens, der vor Maximilian Meier im Gehäuse der Joker zu viel Platz hatte - 1:1 nach gerade einmal sechs Minuten. Und es ging munter weiter: Florian Thomas schlenzte die Scheibe in den Winkel - auch er bekam in der Mitte zu viel Raum von der zuständigen Defensivabteilung. Langweilig war´s nicht am Gutenbergweg - 1:2 zur ersten Pause.

Auch im zweiten Durchgang blieb es eine flotte Angelegenheit, wenngleich es bis zur 38. Minute dauerte, bis die Scheibe das nächste Mal im Netz zappelte. Nach einem Bully blieb der Puck in zentraler Position vor Lukas Mühlbauer liegen. Der gebürtige Landshuter fackelte nicht lange und schoss zum Ausgleich ein. Die Joker konnten im Mittelabschnitt keinen Treffer setzen, tauchten aber des Öfteren gefährlich vor Dimitri Pätzold auf - beste Belege dafür waren die Pfostentreffer von Brandon Gracel und John Lammers. So blieb es aber beim 2:2 nach 40 Minuten. Ein spannender Schlussakkord stand bevor.

Ausgeglichen, temporeich, viele Gelegenheiten vor beiden Toren - die ersten zehn Minuten des letzten Drittels blieb es bei Gelegenheiten, dann aber setzte sich Fabian Voit gegen zwei EVL-Akteure durch und bugsierte das Ding an Pätzold vorbei über die Linie. Und auch im weiteren Verlauf stand der Landshuter Schlussmann im Mittelpunkt. Er war maßgeblich dafür verantwortlich, dass nach dem erneuten Kaufbeurer Führungstreffer nicht gleich die Entscheidung fiel. Drei Minuten vor Ende war er dann aber machtlos - Markus Lillich fälschte einen Schuss von Gracel ab - 4:2 aus Sicht der Joker, die vermeintliche Vorentscheidung. Die Hausherren setzten bei einem Powerplay in der Schlussphase nochmal alles auf eine Karte, und wurden dafür auch belohnt - Marco Pfleger brachte Landshut 22 Sekunden vor Ende nochmal heran, beim 3:4 aus heimischer Sicht blieb es dann aber. Der ESVK gewinnt das bayerische Derby beim EVL.

Die Mannen von der Isar machten über weite Strecken keine schlechte Partie, Kaufbeuren hatte aber vor allem im letzten Abschnitt mehr vom Spiel und verlässt somit das Eis am Landshuter Gutenbergweg auch verdient als Sieger. Am Freitag geht´s für die Joker zu Hause gegen die Kassel Huskies weiter. Für den EV Landshut geht es dann ebenfalls auf heimischem Geläuf gegen die Ravensburg Towerstars mal wieder um Wiedergutmachung - schließlich war die Pleite gegen den ESVK die sechste Niederlage in Folge.

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