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EV Landshut unterliegt knapp den Kassel Huskies

Ryan Olsen traf doppelt für die Kassel Huskies. (Foto: dpa/picture alliance/nordphoto)

​Wohl eine der besten Saisonleistungen bot der EV Landshut im ersten Teil des Doppelduells gegen den Spitzenreiter der DEL2, die Kassel Huskies. In einer über 60 Minuten toll geführten Partie spiegelte sich die Tabellensituation nur selten auf dem Eis wider. Dreimal gingen die Niederbayern in Führung, die Huskies nur einmal, dafür aber entscheidend zum 4:3 nach Verlängerung.

Zwei Auswärtssiege in Folge - eine etwas ungewohnte, aber in Niederbayern selbstredend erfreulich zur Kenntnis genommene Bilanz des EV Landshut aus den letzten beiden Spielen. Um die Play-off-Ränge noch ernsthaft angreifen zu können, kam die neu gefundene Stärke in der Fremde aber wohl zu spät, zumal nun der Doppelpack gegen den unangefochtenen Tabellenführer aus Kassel vor der Brust stand, der in den letzten Begegnungen der Hauptrunde nur noch rein theoretisch vom Platz an der Sonne verdrängt werden kann.

Dementsprechend traten die Gäste aus Hessen dann auch von Beginn an auf. Der EVL geriet zunehmend unter Druck. Folgerichtig wäre die frühe Führung gewesen - die gab es auch, aber für die Hausherren: Einen kurzen Moment der allgemeinen Verwirrung nutzte Robin Weihager, um mit einem schönen Querpass Marcus Power zu bedienen, der nach zehn Minuten zum 1:0 einschoss. Die Huskies hatten aber nur drei Zeigerumdrehungen später die passende Antwort parat: In Überzahl und nach einer schönen Kombination über mehrere Stationen blieb die Scheibe kurz vor der Torlinie liegen. Der anschließende Rettungsversuch von Stephan Kronthaler missglückte allerdings - der Ausgleich. Lois Spitzner testete dann noch die Stabilität des Landshuter Torgestänges, es blieb aber beim 1:1 zur ersten Pause - glücklich aus Landshuter Sicht.

Die Hausherren kämpften, kamen verbessert aus der Kabine und gingen erneut in Führung - Lukas Mühlbauer hielt die Kelle in einen Schlenzer von Stephan Kronthaler hinein und fälschte damit unhaltbar für Leon Hungerecker im Kasseler Gehäuse ab. Die Hessen hatten auch im weiteren Verlauf des Mittelabschnitts ihre Mühe mit einem nun mutig und engagiert auftretenden EVL, der im Mittelabschnitt das bessere Team war. Ein weiterer Treffer fiel jedoch nicht, auch weil Dimitri Pätzold im Tor der Dreihelmenstädter wie schon zuletzt sehr gut hielt und die Angriffsversuche der Huskies allesamt parierte.

Die Partie blieb umkämpft. Kassel fand wieder besser zu seinem Spiel, konnte sich aber keine hochkarätigen Gelegenheiten erspielen, bis sich die Mannen von der Isar eine doppelte Unterzahl einhandelten. Als Dominic Bohac und Max Brandl in der Kühlbox saßen, versenkte Ryan Olsen die Scheibe im Knick - das 2:2 nach 49 Minuten. Beide Teams schenkten sich nichts, die Spannung war greifbar. Der EVL war dem Treffer ein Stückchen näher als der Spitzenreiter und tatsächlich kam es drei Minuten vor Schluss auch so: Max Brandl ließ mit einer Energieleistung die gesamte Kasseler Defensive stehen und überwand in letzter Instanz auch noch Leon Hungerecker zum vielumjubelten 3:2.

Doch die Huskies wären nicht derart überlegen Spitzenreiter der Liga, wenn sie nicht zu jedem Zeitpunkt in der Lage wären zurückzuschlagen, so auch an diesem Abend. Es lief bereits die Schlussminute und die Hessen agierten mit sechs Feldspielern, als Troy Rutkowski zum dritten Mal den Ausgleich für die Truppe von Tim Kehler erzielte - 3:3 - Verlängerung.

Und Troy Rutkowski hatte wohl Spaß am Toreschießen gefunden. 34 Sekunden waren in der Overtime absolviert, als die 92 der Hessen dafür sorgte, dass der Tabellenführer doch noch den Kopf aus der Schlinge ziehen und schlussendlich mit 4:3 gewinnen konnte.

Der EV Landshut hielt gut mit und war über weite Strecken sogar die bessere Mannschaft an diesem Sonntagabend - 42 Sekunden fehlten zum großen Coup. Kassel zeigte zwar im ersten Drittel viel von seiner Klasse, unterm Strich war aber doch eine Portion Glück dabei, dass der Spitzenreiter an diesem Abend als Sieger das Eis am Gutenbergweg verließ. Viel Zeit, darüber nachzudenken, haben beide Teams nicht, nicht einmal 24 Stunden nach Spielende treffen beide Teams erneut an Ort und Stelle aufeinander.

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