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Löwen Frankfurt entführen drei Punkte aus Niederbayern

Mit Fans oder vor leeren Rängen? Max Forster und Co. hoffen auf die Politik. (Foto: dpa/picture alliance/Eibner-Pressefoto)

Ein Tor nach 32 Sekunden, vier Frankfurter Tore in neun Minuten, die Rückkehr des „Generals" und das 500. Spiel des Kapitäns; den 3137 Besuchern wurde am Landshuter Gutenbergweg einiges geboten, wobei wohl die rund 100 mitgereisten Fans aus Hessen mehr Spaß am Geschehen hatten als die heimischen Anhänger. Mit 2:6 ging der EVL als Verlierer vom Eis - und das, obwohl der Start nicht besser hätte sein können!

Der Zeiger hatte noch keine ganze Umdrehung vollzogen, als Robbie Czarnik nach schöner Ablage von Mathieu Pompei mithilfe der Querlatte seine Farben in Front brachte. Allerdings dauerte es keine fünf Minuten, bis der Tabellenvierte aus Frankfurt in Person von Darren Mieszkowski die richtige Antwort parat hatte. Und wie so oft in den letzten Spielen folgte nach dem Gegentor aus Sicht der Hausherren ein Bruch im Spiel. „Wir bekommen ein Gegentor und fallen in den nächsten acht Minuten einfach komplett auseinander", analysierte der Jubilar Max Forster, der an diesem Abend sein 500. Pflichtspiel für den EV Landshut bestritt, selbstkritisch. In der Tat sorgte der Frankfurter Treffer für spürbare Verunsicherung in den Reihen der Hausherren, was Frankfurt im Stile einer Spitzenmannschaft zu nutzen wusste. Manuel Strodel, Eduard Lewandowski in Überzahl und Maximilian Eisenmenger schraubten das Ergebnis bis zur 14. Spielminute auf 4:1 aus Sicht der Hessen, welches auch am Ende des ersten Abschnitts auf der Anzeigetafel zu lesen war. Mit dem Drittelende war auch der Arbeitstag von Dimitri Pätzold zwischen den Landshuter Pfosten beendet und Jaroslav Hübl übernahm.

Der Beginn des zweiten Drittels ähnelte dem des ersten, vor allem zur Freude der Landshuter Anhänger. Robbie Czarnik revanchierte sich für den vorherigen Assist und legte diesmal für Mathieu Pompei zum 2:4 auf. Insgesamt kamen die Rot-Weißen verbessert aus der Kabine, so dass sie den zweiten Spielabschnitt ausgeglichen gestalten konnten. Jedoch konnten beide Mannschaften ihre Chancen nicht nutzen, was vor allem an den guten Torhütern lag.

Auch im dritten Spielabschnitt konnte man den Mannen von Leif Carlsson fehlendes Bemühen nicht vorwerfen. Die Hausherren machten Druck, es roch ein wenig nach einer erneuten Landshuter Aufholjagd. Und wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, hätte der EVL aus seiner Druckphase Mitte des letzten Spielabschnitts etwas Zählbares gemacht; aber entweder standen Scheibenpech, eigenes Unvermögen oder der gute Patrick Klein im Tor der Hessen im Weg. „Du musst dir dein Scheibenglück am Ende auch irgendwo erarbeiten", wollte Elia Ostwald dies aber nicht als Ausrede gelten lassen. Und so kam es, wie es kommen musste, und die Löwen aus Frankfurt, die das ganze Spiel über gefährlich blieben, nutzten eine kleine Unaufmerksamkeit in der heimischen Defensive aus. Roope Ranta, Top-Torschütze der Hessen, sorgte mit seinem Treffer zum 5:2 aus Gästesicht für eine kleine Vorentscheidung. Die Landshuter hatten auch in der Folge ihre Chancen, aber statt dem dritten Treffer für das Heimteam, sorgte Magnus Eisenmenger acht Minuten vor der Sirene mit seinem ersten Saisontreffer für den 6:2 Entstand aus Sicht der Löwen. An der Niederlage konnte auch der Rückkehrer ins Landshuter Lager, der „General" und letztjährige Aufstiegsheld Tomas Plihal, nicht viel ändern. Den Hauptgrund dafür brachte Ostwald treffend auf den Punkt: „Du darfst ein 60 Minuten-Spiel nicht in fünf Minuten verlieren!"

Während auf die Löwen am Sonntag ein Heimspiel gegen Bad Tölz wartet, geht es für den EVL zum Derby nach Kaufbeuren. „Sauber vorbereiten und alles geben!" Sollte diese Vorgabe von Kapitän Max Forster umgesetzt werden, stehen die Chancen nicht schlecht, etwas Zählbares aus dem Allgäu mitzunehmen.

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