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Filme über Modedesigner: Von Karl Lagerfeld bis hin zu Halston

„Es ist alles eine Frage von Stil, denn ohne Stil ist alles nichts oder zumindest nicht viel", hat ein weiser Mann einmal gesagt. Und er hatte Recht. Daher darf man davon ausgehen, dass sämtliche Modedesigner dieser Welt diesen Satz vorbehaltlos unterschreiben würden - zumindest die von Weltrang, denen bereits filmische Denkmäler gesetzt wurden. Anlässlich des Starts der neuen Netflix-Serie Halston über den US-amerikanischen Modedesigner Roy Halston Frowick und des bald auf Disney+ anlaufenden Films Cruella mit Emma Stone sind wir mal in uns gegangen und haben sie zusammengetragen: Die sieben besten Filme über Modedesigner.

Karl Lagerfeld muss man wohl nicht vorstellen. Auch zwei Jahre nach seinem Tod bleibt der gebürtige Hamburger die deutsche Modeikone schlechthin, dessen Fußstapfen so groß sind, das die dazugehörigen Schuhe auf keinen Laufsteg der Welt passen würden. Wer einen kleinen Einblick in sein Werken und Wirken gewinnen will, dem sei die spannende Dokumentation Lagerfeld Confidential wärmstens ans Herz gelegt. Darin wird der Modeschöpfer sowohl privat als auch bei öffentlichen Auftritten begleitet. Wirklich nahe kommt man dem sympathischen Exzentriker durch die Doku zwar nicht, ein Gefühl für ihn und sein Schaffen bekommt man aber dennoch vermittelt. Lagerfeld selbst war seinerzeit zwar der Meinung, dass der Film die interessantesten Aufnahmen, die von ihm gemacht wurden, nicht enthalte, aber lautet ein zeitloses Designer-Credo nicht auch „Weniger ist mehr"?

Der Impact von Vivienne Westwood auf die Mode der letzten Dekaden ist zwar überschaubar, ihr Einfluss auf die Mode als Ganzes jedoch unbestritten - immerhin gilt sie als Schöpferin des Punk-Looks, der auch vierzig Jahre nach seiner Erfindung immer mal wieder en vogue ist und regelmäßig von zahlreichen Künstlern und Kreativen aufgegriffen wird. In dieser Doku begleitete Regisseurin Lorna Tucker die Modeschöpferin ein ganzes Jahr lang, auch bei den Eröffnungen der beiden Westwood-Stores in Paris und New York. Zudem werden wichtige Schlüsselmomente in Westwoods Karriere beleuchtet und es kommen Wegbegleiter wie Christina Hendrick und Kate Moss zu Wort.

Normalerweise hat ein Modedesigner etwa ein halbes Jahr Zeit, um eine neue Kollektion zu kreieren. Die Doku Dior und ich beleuchtet den Stress, dem sich der belgische Designer Raf Simons ausgesetzt sah, als er nach der Entlassung von John Galliano bei Dior 2012 dessen Job übernahm und binnen acht Wochen gezwungen war, eine Haute-Couture-Kollektion zu entwerfen. Regisseur Frédéric Tcheng gelingt es, den damit einhergehenden Stress perfekt zu beleuchten und das komplizierte Zusammenspiel der verschiedenen Kreativ-Teams bei dieser Mammutaufgabe einzufangen.

In Celebration geht es um die letzten Lebensjahre von Modeikone Yves Saint Laurent, der im Jahr 2008 an einem Krebsleiden verstarb. Im Mittelpunkt der Dokumentation steht aber nicht nur Laurent, sondern in erster Linie dessen komplexe Beziehung zu seinem damaligen Lebensgefährten und Geschäftspartner Pierre Bergé. Nachdem der Film im Rahmen der Berlinale 2007 uraufgeführt wurde, ließ Bergé die weitere Veröffentlichung zeit seines Lebens jedoch verbieten - ihm gefiel wohl das Bild des Strippenziehers im Hintergrund nicht, das im Film von ihm gezeichnet wurde. Seit Bergés Tod vor vier Jahren ist Celebration aber wieder zu sehen. Zum Glück, denn es lohnt sich.

Und noch mal Yves Saint Laurent: In diesem Biopic von Jalil Lespert kommt man, so ehrlich muss man sein, noch ein kleines bisschen näher ran an die verstorbene Modedesign-Ikone. Pierre Niney schlüpft beeindruckend glaubwürdig in die Rolle des seelisch brüchigen Modezaren, der nach dem großen Erfolg in jungen Jahren und dem enormen Druck der Branche in eine psychische Krise geriet.

Gerade mal 40 Jahre alt ist Alexander McQueen geworden - kaum auszumalen, wie sehr er die Modewelt noch hätte prägen können, wenn das depressive Genie sich nicht seinen suizidalen Gedanken hingegeben hätte. Die Doku von Ian Bonhôte und Peter Ettedgui wirft noch mal einen spannenden Blick auf die steile, aber viel zu kurze Karriere des ehrgeizigen Modedesigners, der mit seinen Modenschauen stets für Aufsehen gesorgt und viele Skandale provoziert hat.

Und zum Schluss noch ein grandioser Spielfilm: Der seidene Faden. In diesem Drama inszeniert Meisterregisseur Paul Thomas Anderson den Meisterschauspieler Daniel Day-Lewis - und allein dieser Umstand macht das Werk schon zu einem absoluten Pflichtfilm. Doch die Geschichte, in der der Damenschneider Reynolds Woodcock (Daniel Day-Lewis) zum Zentrum der britischen Modewelt avanciert, ist auch ansonsten ein absolut sehenswertes Historienstück über all das, was das Laben auch neben der Mode lebenswert macht.

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