Daniel Hautmann

Freier Journalist (Technik, Energie, Umwelt), Hamburg

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Superyachten - Playboy

Superyachten - Playboy

Mittags vor Mallorca in der Sonne dösen, abends in Monaco Austern schlürfen. Das Leben auf einer Superyacht folgt seinem eigenen Zeitplan. Die passenden Schiffe für diesen Traum kosten eine Million Euro. Pro Meter. Ein Riesengeschäft – die Branche boomt

Der Luxus verbirgt sich hinter einem riesigen Stahlgerüst und dicken Planen: 160 Meter Luxusyacht. Es könnten auch 170 sein. Genau weiß das keiner. Aber gemunkelt wird viel.

Auf dem geheimnisvollen Wasserspielzeug, das derzeit bei Blohm &Voss im Hamburger Hafen gebaut wird, sollen zwei Hubschrauber, U-Boote, Pool, Kino und Disko Platz finden. Im Innern des Rumpfes wird ein U-Boot mitfahren. Das Schiff heißt „Eclipse“, Auftraggeber ist der russische Oligarch Roman Abramovitsch. Zu seinem persönlichen Schutz lässt der Ölmagnat ein Sicherheitssystem einbauen, das sogar Flugkörper erkennt. Die „Eclipse“ soll die größte und aufregendste Yacht der Welt werden.

Das Überschiff ist das prominenteste Projekt einer Boombranche, in der sich alles nur um eines dreht: Diskretion. Die Bootsbauer wissen, dass sie über ihre Projekte Stillschweigen bewahren müssen, das verlangt die Kundschaft.

Hermann Schaedla etwa, der Werftchef von Abeking & Rasmussen (A&R) aus Lemwerder bei Bremen, baut seit mehr als 50 Jahren für die Schönen und Reichen. „Man besucht die Leute um rauszukriegen, wie sie leben. So lernt man ihre Privatsphäre sehr gut kennen.“ Denn nur durch persönliche Beziehungen zwischen Bootsbauer und Auftraggeber könnten die Schiffe jene Individualität erhalten, die der Eigner wünsche. „Man ist schließlich kein Autoverkäufer“, sagt der 74-Jährige.

Weltweit entstehen zurzeit in 70 Werften rund 350 Superyachten. Schiffe, deren Rumpf mindestens 24 Meter lang ist ...