Daniel Hautmann

Freier Journalist (Technik, Energie, Umwelt), Hamburg

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Äpfel mit Äpfeln vergleichen

Collage apfel air mail
Die Faustformel „regional ist besser für die Umwelt“ stimmt meist, aber nicht immer. Wie verwirrend die Faktenlage zu sein scheint, zeigt das Beispiel Apfel.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Gegessen aber wird er oft auf der anderen Seite der Welt. Für manche ist das die reinste Ökosünde. Dabei haben Neuseeländer, Chilenen oder Argentinier teils sogar bessere CO2-Bilanzen als heimische Äpfel. Das wollen unter anderem Forscher der Uni Gießen 2008 herausgefunden haben. Seither macht das Thema die Runde. Was ist dran?

Wer die Antwort wissen will, muss den gesamten Weg des Apfels vom Baum bis auf den Teller verfolgen. Ökobilanzierung heißt die Wissenschaft, die sich damit beschäftigt. Der Physikingenieur Sven Gärtner vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg (IFEU) erstellt solche Bilanzen: „Wir gehen der kompletten Kette nach: von der Produktion über die Nutzung bis zur Entsorgung einer Ware. Wir analysieren unter anderem Anbau, Transport, Lagerung und Verarbeitung. Da-bei geht es genauso um den Rohstoffeinsatz für Düngemittel oder Kraftstoffe wie um die Versauerung der Böden und den Ozonabbau.“ Die Wissenschaftler schauen also nicht nur auf Treibhausgase. „Der Klimawandel ist nur eine Dimension“, sagt Gärtner.

Nicht immer ergibt sich aus der Vielzahl der zu berücksichtigenden Faktoren ein klares Bild. Wir haben einmal aufgeschrieben, wie verwirrend die Faktenlage werden kann.

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Äpfel mit Äpfeln vergleichen

Technology Review 8/2018, Seite 76 (ca. 2 redaktionelle Seiten )



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