Daniel Hautmann

Freier Journalist (Technik, Energie, Umwelt), Hamburg

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Artikel

Die Kraft der fließenden Kohle

Gigantischer geht es kaum kaum: Mehr als 17 000 Arbeiter schuften rund um die Uhr, 15 Jahre
lang. Tag für Tag liefern 350 große Lkws Unmengen von Beton an. Mehr als 64 Millionen
Tonnen kommen so zusammen, die 180 Meter hoch aufgetürmt werden, zu einer zwei Kilometer
langen Mauer. Als sie fertiggestellt ist, hält sie das Wasser des Jangtsekiang zurück und macht den  drittgrößten Fluss der Erde zu einem tausend Meter breiten und 600 Kilometer langen Stausee.

Seit mittlerweile sieben Jahren erzeugt die
Drei-Schluchten-Talsperre in China mit ihren 32
Wasserturbinen so viel Strom wie zehn moderne
Atomkraftwerke. Das stärkste Kraftwerk der Welt
versorgt 100 Millionen Menschen – mehr, als in
Deutschland, Österreich und der Schweiz leben.
Wasserkraft ist unter den umweltfreundlichen
Methoden der Energie-Erzeugung die wichtigste:
Sie deckt etwa 17 Prozent des weltweiten Strombedarfs,
soviel erreichen Windkraft und Solarenergie
nicht zusammen. In vielen Ländern entstehen neue
Anlagen, kleine und große – aber an das gigantische
Projekt in China wird keine herankommen.
Das Herzstück des 22,5 Gigawatt starken Drei-Schluchten-
Kraftwerks sind die Turbinen. Ein Hersteller
alleine wäre nicht in der Lage gewesen, alle
32 Einheiten zu bauen. So kam ein Konsortium zum
Zuge, an dem auch westliche Firmen beteiligt waren:
unter anderem das Heidenheimer Unternehmen
Voith Hydro, Siemens und General Electric.
Bei Voith, unweit von Ulm, wird der Gigantismus
greifbar. Hier stehen Kräne, die hunderte Tonnen
schwere Stahlteile schweben lassen und Bearbeitungsmaschinen,
in die ganze Autos passen
würden. Die Arbeiter dazwischen wirken wie Spielzeugfiguren ...

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