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Auf dem Weg in die Energie-Singularität: Tag 3 der EventHorizon

Licht explodiert prisma

Technische Voraussetzungen und Sicherheit standen am letzten Tag der Blockchain-Konferenz EventHorizon auf dem Programm. An beiden Fronten gibt es den Experten zufolge noch einiges zu tun.

Die vergangenen Tage haben uns auf der Energie- und Blockchain-Konferenz EventHorizon in Berlin vor Augen geführt, wo wir augenblicklich stehen. Tatsächlich scheint die Fusion von Blockchain und Energie noch nicht so sehr vorangeschritten, wie es einige Start-ups und Investoren vielleicht gehofft haben.

Dennoch wurden wichtige Aspekte thematisiert, allen voran, was Blockchain für uns leisten kann, wenn es um unseren Energieverbrauch und den Klimawandel geht. Was bisher fehlte, waren die tiefergehenden Talks zum Thema Technik. Genauer die Frage danach, welches die Dinge sind, die der Blockchain-Technologie zugrunde liegen und was an dieser Stelle noch geschehen muss, um die Transformation des Energiesektors sinnbringend vollziehen zu können. Dazu zählen auch Sicherheitsbedenken, die die Blockchain wie jede technologische Lösung mit sich bringt.

Die Zukunft heißt Energie-Singularität

Wie also könnte die Zukunft aussehen? Ewald Hesse von der Energy Web Foundation (EWF) zeichnet davon ein sehr deutliches Bild: die Energie-Singularität. Unsere Generation wird das seiner Meinung nach noch miterleben, was uns jedoch auch in die Pflicht nimmt, die Singularität überhaupt aufzubauen.

Als Resultat soll alles in Zukunft in Echtzeit miteinander verbunden sein, so Hesse. Strom wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien generiert. Zum Vergleich: Dieser Anteil liegt laut Hesse 2017 weltweit gerade bei 25 Prozent. Als anschauliches Beispiel für die Singularität nannte er den simplen Verkauf einer irgendwo auf der Welt generierten Stunde Strom an einen beliebigen anderen Ort der Erde. Ein ausbalancierter Markt in Echtzeit also.

Weg von den Excel-Tabellen

Gegenwärtig sieht es noch ganz anders aus. Virtuelle Buchhaltung ist beispielsweise noch komplett von der digitalen Welt abgeschnitten. Wir würden uns weiterhin Excel-Tabellen mit Zahlen hin- und herschicken, hebt Hesse hervor. Das Problem dabei ist aber nicht nur, wie sich beides miteinander verbinden lässt. Vielmehr steht für Hesse die Frage im Raum, für welches System man sich am Ende entscheiden soll und wer für die Erhebung der Daten verantwortlich sein wird.

In Bezug auf virtuelle Technologie ist der Energiemarkt also noch lange nicht angekommen. Hesses Rat gilt deshalb vor allem der Kooperation: "Forscht an Kerntechnologien, experimentiert mit der Kontrolle. Wenn sich die globalen Märkte angleichen, betrifft dies auch die Regulierung. Anstatt also Neues zu schaffen, nutzt was bereits vorhanden ist. Arbeitet zusammen daran und denkt gemeinsam darüber nach, wie der Energiemarkt weiterentwickelt werden kann", rät Hesse.

Quantencomputer sind ein Sicherheitsrisiko

Aber auch in Sachen Sicherheit besteht scheinbar noch Potenzial. Netanel Rubin, CEO von Positday, zeigt auf, dass wir beispielsweise längeren Blockchains aufgrund der stärkeren Verschlüsselung mehr Vertrauen schenken als kurzen. Was wir dabei aber vergessen: Unser Private Key muss irgendwo gespeichert werden.

Egal, wo sich dieser Speicherort befindet, er kann eine potenzielle Schwachstelle sein, die ohne den nötigen Widerstand ein Ziel für Hacker darstellt. Ganz unabhängig davon wie sicher die Blockchain-Technologie gerade sein mag.

Dazu kommt, dass Quantencomputer in der Zukunft in der Lage sein werden, Private Keys zu entschlüsseln, so Rubin. Auch wenn aktuelle Studien noch darauf hindeuten, dass dies zumindest gegenwärtig nicht möglich ist. Wurde ein Private Key aber erst einmal geknackt, können damit legal verbindliche Transaktionen durchgeführt werden, die am Ende auf den eigentlichen Besitzer zurückfallen.

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Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit geht zusammen

Rubin spricht also eine Warnung aus: "Die Menschen müssen begreifen, dass der Sicherheitsaspekt beim Design einer Software von Anfang an eine Rolle spielen muss." Es sei überaus unwahrscheinlich, dass ein Software-Entwickler, den man auf Schwachstellen seines Produktes hinweist, die Software noch einmal neu aufsetzen würde. Damit bliebe sie bis zum Ende unsicher.

Auf der anderen Seite gäbe es natürlich immer einen Kompromiss zwischen Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit bei Geräten, die sich vernetzen lassen (auch mit der Blockchain), so Rubin. Und auch, wenn es wahrscheinlich nicht nötig sei, jedes Gerät ans Netz zu bringen, könnten wir doch eine Menge dadurch gewinnen.

Die EventHorizon 2018 fand vom 17. bis 19. April im Kraftwerk Berlin statt. futurezone war Medienpartner und berichtete live für euch von der Konferenz. Mehr Eindrücke vom Event gibt es in unserer Bildergalerie.

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