Cornelia Lohs

Journalistin und Buchautorin, Heidelberg

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Strandurlaub in Mittelitalien: Traumhaft baden in der Toskana | FORUM - Das Wochenmagazin

Lange, breite Sandstrände in allen Farben, idyllische Buchten, Felsen, Klippenküsten, Pinienwälder und ein kristall­klares Meer wie in der Karibik - die Strände der Toskana gelten als die vielseitigsten und saubersten Italiens, die Wasser­qualität als eine der besten. Es gibt kaum Industrie, und die Qualität des Wassers wird von einer Naturschutzorganisation über­wacht. FORUM stellt die Schönsten vor. Forte dei Marmi Der kleine Ort liegt nur zehn Autominuten von Viareggio entfernt. Der feinsandige Strand ist rund fünf Kilometer lang und fällt extrem flach ins Wasser ab. Wer schwimmen möchte, muss schon ein paar Meter ins Wasser hineinlaufen. Der Strand ist nicht frei zugänglich. Wer ihn nutzen möchte, zahlt am Tag zwischen zehn und 20 Euro für Liegestuhl und Sonnenschirm. Hotelgäste zahlen nichts, sofern ihr Hotel zu den über 100 Adressen gehört, die Strandabschnitte mit Dusch- und Umkleidekabinen für ihre Gäste eingerichtet haben. Im Mietpreis von vielen Ferienwohnungen sind Vergünstigungen an bestimmten Strandabschnitten inklusive. Anfang des 20. Jahrhunderts verbrachten Schriftsteller, Künstler und Industrielle ihre Sommermonate in dem mondänen Seebad, das seither nichts von seiner Eleganz eingebüßt hat. Nach wie vor gilt „sehen und gesehen werden", weshalb sich viele prominente Italiener allsommerlich in dem Badeort einfinden. In den mit Marmor gepflasterten Fußgängerzonen rund um die Piazza Garibaldi gibt es zahlreiche Cafés und Boutiquen mit sämtlichen italienischen Designern. Wahrzeichen der Stadt sind die Festung (Il Fortino), in der ein Satire- und Karikaturmuseum untergebracht ist, und die lange Seebrücke. Übernachtung: Die gesamte Versilia-Küste ist ein ziemlich teures Pflaster, es gibt jedoch zahlreiche kleinere Hotels und Bed&Breakfast auf www.turismo.intoscana.it Tipp: „Hotel La Pace", www.hotellapace.info. Anreise: Mit dem Auto ab Florenz Autobahn A11 bis Ausfahrt Pisa Nord. Dann Bundesstraße SS Aurelia in Richtung Torre del Lago und Viareggio. Mit dem Zug ab Florenz eine Stunde 30 Minuten (einfach 9,20 Euro). Restaurant-Tipps Viareggio: Toskanische Küche im alten „Gran Caffè Margherita", eines der schönsten Gebäude im Jugendstil an der Promenade. Seafood: „Trattoria La Darsena", Via Virgilio 150. Versilia-Küste (Riviera della Versilia) Mit ihren weiten und endlos langen Sandstränden vor der grandiosen Kulisse der schroffen Apuanischen Alpen mit den Marmorsteinbrüchen zählt die Versilia-Küste im Nordwesten der Toskana zu den reizvollsten des Landes. Am beliebtesten und bekanntesten sind die beiden Seebäder Viareggio und das benachbarte Forte dei Marmi, wo bereits Thomas Mann urlaubte und schrieb. Etrusker-Küste (Riviera degli Etruschi) Die Felsenküste mit ihren zahlreichen Pinienwäldern erstreckt sich südlich der Hafenstadt Livorno. Besonders der Norden der Küste ist bekannt für seine zahlreichen kleinen Buchten. Viele Orte sind etruskischen Ursprungs, und man findet hier einige der bedeutendsten etruskischen Ausgrabungsstätten. Einer der attraktivsten Badeorte ist Castiglioncello mit seinen extrem unterschiedlichen Stränden. Als ein berühmter italienischer Kunstkritiker das damalige kleine Fischerdorf Mitte des 19. Jahrhunderts als Sommersitz wählte, etablierte sich hier schnell eine Künstlerszene. Über hundert Jahre später wurde der Ort zur Filmkulisse für Marcello Mastroianni. Heute ist Castiglioncello weniger mondän und stattdessen ein beliebtes Ferienziel italienischer Familien. Ein kleiner Teil des Ortes liegt auf einem Felskap über dem Meer, sodass man den Strand nur über Treppen erreichen kann. Die drei idyllischen Buchten in Castiglioncello bieten Sandstrände (Baia del Quercetano), Kieselstrände (Baia di Portovecchio) sowie eine Klippenküste (Baia di Tre Scogli) mit künstlichen Plattformen. Im Gegensatz zur Versilia-Küste gibt es hier freie Strandabschnitte und das Mieten eines Liegestuhls ist kein Muss. Sehenswert ist das Archäologische Museum im Ortsteil Poggetto. Übernachtung: Hotels, Ferienwohnungen und B&B auf www.costadeglietruschi.it Tipp: „Villa Martini" in Castiglioncello. Anreise: Castiglioncello ist etwa 110 Kilometer von Florenz entfernt. Mit dem Auto Autobahn A11 Firenze-Pisa-Livorno. Ausfahrt Livorno, dann SS1 Aurelia (E80) Richtung Grosseto. Mit dem Zug eine Stunde 40 Minuten (elf Euro). Restaurant-Tipp: „Villa Parisi", Via Romolo Monti 10 - Tische mit Blick über den Golf von Castiglioncello. Viareggio Der helle Strand ist feinsandig, bis zu 200 Meter breit und mit zehn Kilometern einer der längsten Sandstrände Italiens. Mit dem Bau ihrer „Villa Paolina Bonaparte" im Jahr 1822 machte die Schwester Napoleons die Stadt im Nordwesten der Toskana zu einem Anziehungspunkt des internationalen Adels und einem der ersten Badeorte Italiens. Bald galt der Ort als Perle des Tyrrhenischen Meeres. Viareggio hat eine der schönsten Strandpromenaden des Landes. Entlang der vier Kilometer langen Flaniermeile stehen Villen und Paläste in einer Kombination aus Jugendstil und Art Deco. Bekannt ist die knapp 65.000 Einwohner zählende Stadt für den vierwöchigen Karneval, der 2002 zum Karneval Italiens und Europas ernannt wurde. Wer eine Kombination aus Badeurlaub und Kultur möchte, für den ist Viareggio mit seinen Museen, Galerien, dem jährlichen Puccini-Opernfestival im Juli und August sowie dem Filmfestival Europa Cinema der ideale Ferienort. Die Strände in Viareggio sind nicht frei zugänglich. Zwei Liegen mit einem Schirm kosten etwa 15 Euro am Tag. Strände auf der Insel Elba Elba, wo Napoleon ein Jahr im Exil verbrachte, ist die größte Insel des Toskanischen Archipels und außergewöhnlich vielseitig. Unter den über 150 Stränden findet man goldene, weiße und schwarze Sandstrände, kleine Kiesbuchten, Felsen aus Granit und ein kristallklares Meer wie in der Karibik. An fast jedem Strand gibt es kostenfreie Abschnitte. Liegestühle und Sonnenschirme können gemietet werden, es besteht jedoch kein Muss dazu. Einer der wundervollsten Sandstrände ist Biodola in der Nähe der Hauptstadt Portoferraio, der in einer der faszinierendsten Buchten der Insel liegt. In Marina di Campo befindet sich mit knapp zwei Kilometern der längste Sandstrand der Insel. Da er nur langsam ins Meer abfällt, ist er besonders für Familien mit Kindern geeignet. Fetovaia, acht Kilometer westlich von Marina di Campo, glänzt mit seinem goldenen Sandstrand, seiner Bucht zwischen grünen Felswänden und kristallklarem Wasser. Tipp: Informationen zu Unterkünften, Restaurants, Sport, Autofähren und den Stränden auf www.infoelba.com Anreise: Mit der Autofähre ab Piombino. Fahrzeit nach Portoferraio je nach Fährgesellschaft 30 bis 70 Minuten. Maremmaküste - Castiglione della Pescaia und Punta Ala Die Landschaft im Süden der Toskana ist berühmt für ihre breiten weißen Sandstrände, schroffen Felsküsten und kleinen Kiesbuchten. Perle der maremmischen Küste ist der Fischerort Castiglione della Pescaia, der von der gewaltigen mittelalterlichen Festung Rocca Aragonese überragt wird. Von der Festung aus hat man einen grandiosen Blick auf die verwinkelten Gässchen der Altstadt, die Strände, das Meer, die Pinienwälder und Sumpfgebiete. Auf beiden Seiten der Bruna-Mündung erstrecken sich lange piniengesäumte Sandstrände. Abseits der kostenpflichtigen Strandabschnitte mit Liegestuhl und Sonnenschirm findet man mehrere kostenlose Strandzugänge. Punta Ala, auf Deutsch „Flügelspitze", gilt als Diamant unter den italienischen Badeorten. Der Ort liegt auf einer Landzunge 15 Kilometer nordwestlich von Castiglione della Pescaia, genau gegenüber der Insel Elba. Hier befindet sich der größte Yachthafen der tyrrhenischen Küste mit 900 Liegeplätzen. Auf etwa acht Kilometern findet man frei zugängliche wunderschöne und naturbelassene Sandstrände. Sonnenschirme und Liegestühle können gegen eine Gebühr ausgeliehen werden, man darf jedoch auch seine eigenen mitbringen. Wie Castiglione della Pescaia liegt Punta Ala in einer windgeschützten Zone und zeichnet sich das ganze Jahr über durch sein mildes Klima aus. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt höher als in der restlichen Toskana. Übernachtung: Hotels, Ferienwohnungen und B&B auf www.maremmaguide.com. Tipp: „Hotel L'Approdo", Zimmer mit Blick auf den Hafen. Via Ponte Giorgini 29, Castiglioncello. Restaurants: An der ein Kilometer langen Strandpromenade liegen zahlreiche Restaurants mit Spezialitäten aus der Maremma. Anreise: Castiglione della Pescaia ist etwa 166 Kilometer von Florenz und 135 Kilometer von Pisa entfernt. Auto: Autobahn Firenze-Siena, ab Siena E78 Richtung Grosseto. Mit dem Zug (Frecciabianca) ab Florenz bis Grosseto zwei Stunden 30 Minuten (25 Euro, Regionalexpress drei Stunden, 17,50 Euro), dann mit dem Bus (Linea Arezzo) weiter (bis Castiglione della Pescaia 20 Minuten, nach Punta Ala 35 Minuten). Cornelia Lohs

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