Claudia Wiggenbröker

Freie Journalistin | Wirtschaft und Wissenschaft

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Artikel

Muss die Wirtschaft wirklich immer wachsen?

Klimawandel und Artensterben stellen uns vor gewaltige Probleme. Viele Wissenschaftler sagen: Wir müssen unsere Art zu wirtschaften ändern. Geht das überhaupt?

Darum geht's: Unser Wirtschaftssystem basiert auf Wachstum.

Alle sprechen von diesem Wirtschaftswachstum – aber was bedeutet das überhaupt? Kurz gesagt geht es darum, um wie viel der Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Land produziert wurden, zunimmt. Gemessen wird diese Wertzunahme im Zeitraum von einem Jahr. In unserem Wirtschaftssystem gilt Wachstum als gesetzte Größe. Schaut man wenige Jahrhunderte zurück, wird auch klar, woher das rührt: Als die Wirtschaftsleistung wuchs, verbesserten sich die Lebensbindungen. So wurden Wirtschaftswachstum und Wohlstand ein untrennbares Paar.

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte

Werfen wir einen Blick in die Vergangenheit, genauer gesagt ins 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit spielte sich in England ein riesiger Fortschritt ab: Die Menschen schufen die Voraussetzungen dafür, ihre Felder effizienter zu bestellen. Der Ertrag wuchs, mehr Lebensmittel wurden erwirtschaftet. Diese sogenannte Agrarrevolution sorgte dafür, dass die breite Bevölkerung erstmals ein Grundbedürfnis befriedigen konnte: essen. Denn Hunger war zuvor weit verbreitet in der Bevölkerung. Die allermeisten Menschen waren arm. Im 18. Jahrhundert wurde aus dem Agrarstaat England dann die erste Industrienation. Der zentrale Grund dafür war der Einsatz von Technologie: Durch Maschinen konnten mehr Produkte günstiger hergestellt werden. (...)

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