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Kaum Erfolge bei Bekämpfung von Diskriminierung und Hass

Angehörige von Minderheiten sind in der gesamten EU weiterhin Diskriminierung, Intoleranz und Hass ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, die am Mittwoch in Brüssel vorgestellt wurde. Betroffen sind vor allem Nordafrikaner, Roma und Schwarzafrikaner. Der Direktor der Grundrechteagentur, Michael O'Flaherty, forderte die EU-Staaten auf, die vorhandenen Gesetze zum Schutz vor Diskriminierung zu nutzen sowie bessere Gesetze zu verabschieden.

„Mit jedem Fall von Diskriminierung und Hass unterhöhlen wir den sozialen Zusammenhalt weiter und schaffen Ungleichheiten, die Generationen verderben", unterstrich O'Flaherty bei der Vorstellung des Berichts. Das könne verheerende Folgen haben.

Nordafrikaner und Roma am häufigsten betroffen

Mehr als 25.000 Menschen wurden für die Erhebung befragt. Dabei gaben 38 Prozent der Befragten an, in den vergangenen fünf Jahren aufgrund ihres Migrationshintergrunds oder der ethnischen Zugehörigkeit diskriminiert worden zu sein. Besonders betroffen waren Nordafrikaner (45 Prozent), Roma (41 Prozent) sowie Afrikaner aus Ländern südlich der Sahara (39 Prozent). 39 Prozent der befragten muslimischen Frauen, die Kopftuch oder Gesichtsschleier tragen, gaben an, belästigt worden zu sein.

In Deutschland sind laut der Erhebung in den vergangenen fünf Jahren 52 Prozent der befragten Afrikaner aus Ländern südlich der Sahara und 33 Prozent der befragten Türken Opfer von Diskriminierung geworden. Auch hassmotivierte Belästigung mussten diese beiden Gruppen in Deutschland erfahren. 35 Prozent der befragten Afrikaner aus Ländern südlich der Sahara und 22 Prozent der befragten Türken haben im vergangenen Jahr hassmotivierte Belästigung erfahren.

Problem: Racial Profiling

Karen Taylor, Repräsentantin der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, sagte, schwarze Menschen würden aufgrund ihrer Hautfarbe unter anderem bei der Arbeitssuche und durch das sogenannte „racial profiling", also die Kontrolle und Andersbehandlung aufgrund von äußerlichen Merkmalen, diskriminiert.

Der vorliegende Bericht ist Teil einer EU-weiten Erhebung von 25.500 Menschen, die einen Migrationshintergrund haben oder einer ethnischen Minderheit angehören, einschließlich Roma und Russen. Es wurden Menschen in allen 28 EU-Mitgliedstaaten befragt. Die Erhebung baut auf der ersten Erhebung dieser Art aus dem Jahr 2008 auf. (epd)

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