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Stress durch Deadlines

Wenn Chefs die Mitarbeitergesundheit stärken wollen, sollten sie Deadlines nicht nach klassischem Verfahren setzen.

Die Woche startet mit einer gut strukturierten To-do-Liste, die für jede Aufgabe ausreichend Zeit einplant. Doch direkt am Montagvormittag kommt eine besonders eilige Kundenanfrage rein und wirft den Plan über den Haufen. Plötzlich bleibt für die einzelnen Aufgaben viel weniger Zeit als geplant. So eine unerwünschte Überraschung könnte bei einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin des Übersetzungsdienstleisters Diction auf dem Tisch landen – und die eingetakteten Deadlines für Zeitdruck und Stress sorgen. «Bei uns sind Deadlines der Dreh- und Angelpunkt von allem», sagt Diction-Geschäftsführer Patrick Fassbender.

«Man könnte vermuten, dass die Planung durch plötzliche Zusatzaufträge wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Doch so ist es nicht, denn für uns ist es Alltag.» Deswegen seien die Teams mit stützenden Systemen rund um das Thema Deadline organisiert. Was Fassbender «stützende Systeme» nennt, stellt der landesweite Job-Stress-Index (JSI) als Ressourcen den Belastungen gegenüber. Das wissenschaftliche Modell erklärt Corina Tamara Ulshöfer, Projektleiterin der Gesundheitsförderung Schweiz. Übertragen auf den konkreten Fall bei Diction bedeutet das: Eine plötzliche, enge Deadline stellt eine Belastung für den Mitarbeitenden dar. Mit seinen Ressourcen kann er diese bewältigen. Dazu gehören gutes Zeitmanagement, Resilienz oder seine Kollegen sowie unterstützende Massnahmen des Arbeitgebenden. Fehlen diese Ressourcen, entsteht Stress.

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