Birk Grüling

Wissenschaft für kleine und große Leser:innen, Buchholz

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Kinderseite der Süddeutschen Zeitung: Richtig zubeißen!

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(Foto: Ardea/imago images)

Manche haben mehr als 250 Stück, andere raspeln damit Salat, durchlöchern Eis oder saugen ein bisschen Blut. Über Tiere und ihre Zähne. Und nein, die Biberzähne sind nicht deswegen so gelb, weil er so viel fiese Süßigkeiten gegessen hat.

Von Birk Grüling

Holzfäller

Am liebsten möchte man dem Biber eine Zahnbürste schenken, so dreckig sehen seine Schneidezähne aus. Deren orange Farbe hat allerdings eine andere Ursache: Eisen. Der Stoff färbt die Zähne, macht sie stabil und sorgt dafür, dass die eisenharte Front der unteren Zähne die weichere Innenseite der oberen Schneidezähne ständig nachschleift. So hat der Biber immer messerscharfe Beißer, mit denen er selbst dicke Baumstämme durchnagen kann.

Blutsauger

Blut ist das Lieblingsessen von Vampirfledermäusen. Sie haben extra Wärmesensoren, um die Venen unter der Haut ihrer Opfer zu finden. Und ihr Speichel enthält ein Betäubungsmittel, damit Rinder, Schweine oder Pferde nicht merken, wie die kleinen Vampire mit ihren spitzen, sichelförmigen Schneide- und Eckzähnen die Haut anritzen und ein wenig Blut saugen.

Lückenfüller

Karies? Kante abgebrochen? Alles kein Problem für den Weißen Hai: Seine Zähne wachsen einfach immer wieder nach. Hinter jeder Zahnreihe liegen gleich mehrere neue. Bricht ein Zahn ab oder fällt aus, klappt ein neuer von hinten nach vorn und füllt die Lücke. Das ist auch dringend nötig, denn bei der Jagd verliert der Hai ordentlich Zähne.

Fischfänger

Kein Säugetier hat mehr Zähne als der Spinnerdelfin: In seiner langen Schnauze haben bis zu 252 Zähne Platz. Sie sind alle gleich groß und kegelförmig geformt - perfekt, um glitschige Fische aus dem Wasser zu schnappen. Zum Kauen nutzen Delfine ihr Gebiss aber nicht, die Fische werden ganz geschluckt.

Giftspritzer

Der Komodowaran könnte auch gut Bösewicht bei "Harry Potter" sein: Zwischen den scharfen Zähnen der Echsen befinden sich kleine Löcher, aus denen bei einem Biss Gift in die Wunde fließt. Auf diese Art können sie selbst große Tiere wie Hirsche, Wildschweine oder Büffel zur Strecke bringen. Die Tiere verfallen durch das Gift in eine Schockstarre und sind nach wenigen Tagen Komodowaranfutter.

Eisbrecher

Bis zu einem Meter lang können die Stoßzähne eines Walrosses werden. Die Tiere schlagen damit Atemlöcher ins Eis oder nutzen sie als Anker. Dafür hacken sie einen Zahn ins Eis und wuchten ihren mehr als eine Tonne schweren Körper aus dem Wasser oder lassen sich gemütlich treiben. Zum Fressen hingegen brauchen sie die Riesenhauer nicht - dafür haben sie Mahlzähne, mit denen sie Muscheln und Schnecken verputzen.

Salatraspel

Schnecken haben keine Zähne im Mund, dafür aber umso mehr auf der Zunge: Bis zu 40 000 winzige Beißerchen sind dort verteilt. Um zu fressen, schieben Schnecken die Zunge über ein Salatblatt, das Grünzeug bleibt daran hängen. Für den Salatbrei, der so im Mund landet, brauchen sie keine Zähne.

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