Birk Grüling

Bildungsjournalist, Wissenschaft für kleine und große Leser:innen,..., Buchholz

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dpa Kindernachrichten: Zeitkapsel Bernstein

In unseren Reportagen berichten Journalisten und Leser von ihren Erlebnissen rund um den Erdball - egal ob Afrika, Fernost oder Antarktis. Regelmäßg veröffentlichen wir hier auch Texte zur Heimatgeschichte, die einen neuen Blick auf vermeintlich Altbekanntes erlauben.

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In Bernstein sind oft Pflanzen oder Insekten eingeschlossen - Sie sind oft Millionen Jahre alt

Welche Pflanzen wuchsen zum Beispiel zur Zeit der Dinosaurier? Dieser spannenden Frage gehen Paläobotanikerinnen wie Eva-Maria Sadowski nach. Besonders viel über Millionen Jahre alte Blumen erfährt sie durch Bernstein.

Es ist ein wirklich uralter Trick der Natur. Schon zur Zeit der Dinosaurier sonderten Nadelbäume klebriges Harz ab, um ihre Wunden zu verschließen. Die zähen Tropfen wurden hart und fielen zu Boden. Sie wurden im Laufe von Millionen Jahren von immer mehr Schichten ohne Luft bedeckt und wurden so zu Bernstein.

Die Wissenschaftlerin Eva-Maria Sadowski hält ein Stück aus der Bernstein-Sammlung im Museum für Naturkunde in der Hand. Sie untersucht mit Hilfe von Bernstein Pflanzen, die vor Millionen Jahren auf der Erde zu Hause waren. Foto: Carola Radke

Dieser oft gold-braune und durchsichtige Stein ist eigentlich überall auf der Welt zu finden. Bei uns taucht er vor allem an den Stränden von Ostsee und Nordsee auf.

Überreste, die in Bernstein eingeschlossen sind, sind feiner

Bernstein hat im Gegensatz zu Pflanzen-Fossilien wie etwa versteinerte Farnblätter riesige Vorteile für Forscherinnen wie die Paläobotanikerin Eva-Maria Sadowski. Die im Bernstein eingeschlossenen Überreste sind deutlich feiner und nicht platt. Man kann ihre Form also von allen Seiten betrachten.

Dabei entdeckt Eva-Maria Sadowski eine ganze Menge: „Harz ist sehr zähflüssig. Darin bleiben Insekten, aber auch Pollen oder kleine Blüten wunderbar kleben. Diese Einschlüsse erzählen uns viel über die urzeitliche Pflanzenwelt", erklärt sie.

Beides veränderte sich im Laufe der Geschichte der Erde immer wieder. Für ihre Spurensuche nutzt sie zum Beispiel Bernstein aus der großen Sammlung des Berliner Naturkunde-Museums. Außerdem schicken Sammler aus aller Welt ihre Stücke. Fachleute schätzen allerdings: Nur in etwa jedem tausendsten Bernstein stecken richtig spannende Überreste.

Unter ihrem speziellen Mikroskop betrachtet Eva-Maria Sadowski darin kleine Pilze, zarte Blüten und sogar Pollen. Selbst winzige Milben, die einst gefiederten Sauriern viel Jucken bereiteten, kann sie so entdecken. „Durch solche Funde lernen wir viel über den Lebensraum und das Klima vergangener Tage", sagt die Forscherin.

Sehr interessante Funde gibt es in Myanmar in Asien

Besonders interessante Bernsteinfunde kommen zum Beispiel aus dem Land Myanmar in Asien. Sie sind etwa 100 Millionen Jahre alt. Zu dieser Zeit regnete es häufiger und es entstanden richtige Jahreszeiten. Pflanzenfressende Dinosaurier konnten sich nun in Gras wälzen und Blüten fressen. Pollen und Blüten aus dieser Zeit finden sich gut erhalten im Bernstein.

Auch in Bernstein aus Europa lassen sich tolle Entdeckungen machen. Zusammen mit Kolleginnen hat Eva-Maria Sadowski zum Beispiel eine fleischfressende Pflanze gefunden. Die 34 bis 38 Millionen Jahre alte Pflanze war ebenfalls eingeschlossen in Bernstein.

Der Fund verrät: Die Pflanze, die noch heute in Südafrika wächst, war einst in unseren Regionen zu Hause. Denn damals herrschte in Europa ein ganz anderes Klima. Es war warm und feucht.

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