Birk Grüling

Bildungsjournalist, Wissenschaft für kleine und große Leser:innen,..., Buchholz

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DPA Kindernachrichten: Er hat an jedem Tag einen Stift zum Zeichnen in der Hand- NÜRTINGER ZEITUNG

In unseren Reportagen berichten Journalisten und Leser von ihren Erlebnissen rund um den Erdball - egal ob Afrika, Fernost oder Antarktis. Regelmäßg veröffentlichen wir hier auch Texte zur Heimatgeschichte, die einen neuen Blick auf vermeintlich Altbekanntes erlauben.

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Michael Menzel hat sein Lieblingsfach zum Beruf gemacht und gestaltet und illustriert Gesellschaftsspiele

Für ein spannendes Gesellschaftsspiel braucht es nicht nur Regeln und Würfel, sondern auch schöne Karten oder einen interessanten Spielplan. Um ihre Gestaltung kümmern sich Spiele-Illustratoren wie Michael Menzel.

HAMBURG. Das Arbeitszimmer von Michael Menzel ist randvoll mit Spielen. Unzählige Kartons lagern in den Regalen. Auf dem Schreibtisch umrahmen Spielfiguren, Karten und Würfel sein wichtigstes Werkzeug: ein großes Grafik-Tablet zum Zeichnen. Als Spiele-Illustrator sorgt er für die Zeichnungen auf Karten, Kartons und dem Spielplan. Ohne seine Ideen wäre ein Spieleabend mit der Familie also eine ziemlich farblose Angelegenheit.

Im Moment arbeitet der 45-Jährige an zehn Spielen gleichzeitig. Für einige zeichnet er nur die Figuren auf den Karten, für andere müssen auch der Karton, das Brett und die Anleitung gestaltet werden. „Meine Zeichnungen sollen nicht nur schön aussehen, sondern auch praktisch sein", erklärt er. Zahlen auf den Karten etwa müssen gut lesbar sein. Auf dem Spielplan muss genug Platz für Felder und Figuren bleiben. Um ein Gefühl für die Spiele auf seinem Schreibtisch zu bekommen, probiert er sie aus - am liebsten mit seiner Familie.

Michael Menzel mag keine langen Anleitungen

Was für ein gutes Spiel nötig ist, weiß Michael Menzel also. Er hat auch schon zwei selbst erfunden. Die Idee zu „Die Legenden von Andor" entstand im Familienurlaub. Zusammen mit seinem Sohn suchte er nach einem guten Spiel mit Kriegern und Drachen. „Wir mögen keine langen Anleitungen. Und alles, was wir fanden, war furchtbar kompliziert. Deshalb dachten wir uns selbst etwas aus", erinnert er sich.

In diesem Jahr folgte ein zweites, es geht um Robin Hood. „Ich wollte schon immer mal einen schönen Spielplan ohne störende Felder zeichnen und statt Karten ein Buch mit Geschichten und Zeichnungen gestalten", sagt Michael Menzel.

Nur noch Spiele zu entwickeln, kommt für ihn aber nicht in Frage. Dafür ist seine Liebe zum Zeichnen zu groß. Schon in der Schule war Kunst sein Lieblingsfach, erzählt Michael Menzel. Am Nachmittag verbrachte er viele Stunden mit Stiften und Papier. Sein Talent fiel schnell auf.

„Ich erinnere mich an das Staunen der Erwachsenen, als ich ein Raumschiff zeichnete, mit einem Astronauten, der gerade einsteigt. Ich hatte die Perspektive richtig gezeichnet, mit Füßen von hinten, mit einem gedrehten Rücken beim Blick über die Schulter", erinnert sich Michael Menzel.

Er beschloss, auch nach der Schule seiner Leidenschaft treu zu bleiben und macht eine Ausbildung zum „Gestaltungstechnischen Assistenten". Anfangs gestaltet er noch Grafiken für Computerspiele, dann wechselt er zu Papier und Würfeln. Eine gute Entscheidung: „Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem ich keinen Stift in der Hand hatte. Das ist ein tolles Gefühl", sagt Michael Menzel.

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