Birk Grüling

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Rüsselweise Musik: Elefanten verständigen sich über viele Kilometer, allerdings mit Füßen und nicht mit dem Rüssel.

(Foto: Andrew Rice/Unsplash)

Viele Tiere sind fast so etwas wie Musiker: Da sind Mäuse, die singen. Meerkatzen, die gurgeln, und Vogelspinnen, die trommeln. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Konzertsaal von Stampftänzern, Motorsägenvögeln und Meersinfonikern.

Von Birk Grüling

Stampftanz

Elefanten grollen lauter als ein Gewitter und stampfen kräftig auf, um sich mit anderen Elefanten auszutauschen. Dabei entstehen dumpfe Geräusche und Schwingungen, die wir Menschen nicht hören, sondern nur als Erschütterungen spüren können. Elefanten aber nehmen sie auch in vielen Kilometer Entfernung wahr - mit Ohren und Füßen. Wahrscheinlich warnen sie sich damit vor jagenden Löwen.

Meersinfonie

Buckelwale sind richtige Komponisten: Ihre melodischen Lieder bestehen aus über 600 Tönen und sind bis zu 20 Minuten lang. Die Männchen tragen sie mit der Lautstärke eines Düsenjets vor, um Weibchen zu beeindrucken. Dabei singen alle das gleiche Lied: Der Paarungs-Song wechselt jedes Jahr, neue Strophen kommen hinzu, Melodien ändern sich. Wer den Hit auswählt, weiß niemand

Sommersound

Grillen-Männchen reiben beim Zirpen ihre Flügel so aneinander, dass die winzigen Zähnchen daran in Schwingung geraten. Damit man das gut hören kann, haben sie eine schwingende Haut im Flügel, die das Geräusch wie ein Lautsprecher verstärkt. So liefern sie den Soundtrack zum Sommer.

Warnschreie

Grüne Meerkatzen sind Affen, die in Gruppen leben und gut aufeinander aufpassen. Droht Gefahr durch einen Greifvogel oder eine Wildkatze, warnen sie ihre Artgenossen mit lauten Geräuschen. Kommt ein Leopard, gurgeln sie laut. Naht ein Adler, zwitschern sie schrill wie ein Vogel. Das ist clever, weil man sich je nach Feind anders verstecken muss (Raubkatze: Auf den Baum! Raubvogel: Ab ins Gebüsch!).

Trommelduett

Die Liebe ist für männliche Vogelspinnen gefährlich: Sie sind kleiner als die Weibchen und werden oft von ihrer Angebeteten gefressen. Deshalb trommeln sie mit den Vorderbeinen um ihr Leben. Dank des Getrommels weiß die Dame, dass kein Mittagessen, sondern ein verliebtes Männchen auf sie wartet. Ist sie interessiert, antwortet sie mit einem Trommelkonzert und die Liebe nimmt ihren Lauf. Bleibt es ruhig, sollte das Männchen die Beine in die Hand nehmen.

Lärmlieder

Motorsägen, Sirenen von Feuerwehrautos, Baustellenlärm? Graurücken-Leierschwänze machen genau solche Geräusche. Wenn der australische Singvogel mit protzig aufgestellten Schwanzfedern tanzt und dazu singt, macht er nämlich einfach Geräusche nach, die er in seiner Umgebung so hört.

Futtermusik

In Costa Rica leben zwei Braunmaus-Arten, die denselben Speiseplan haben. Die größeren Mäuse leben in den höheren Waldregionen, die kleinere Verwandtschaft weiter unten. Um sich bei der Jagd auf Insekten nicht in die Quere kommen, singen die großen Mäuse. Ihr Geträller klingt wie Vogelgezwitscher und hält die Minimäuse fern. So vermeiden die Tiere Prügeleien.

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