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Feature

Klimakrise in Mali - Über Bauern, Hirten und Islamisten

15. Dezember 2019 WDR 5 Dok 5

Die Hirten aus dem Volk der Fulani und die Bauern vom Volk der Dogon haben jahrhundertelang friedlich zusammen gelebt und sich dank ihrer unterschiedlichen Wirtschaftsformen ergänzt: Die halbnomadisch lebenden Fulani treiben ihre Herden in regelmäßigen Wanderzyklen durch das Gebiet der Bauern. Der Dung der Tiere förderte die Fruchtbarkeit des Bodens, die Rinder und Ziegen fraßen die Erntereste. Heute sind aus den Nachbarn Konkurrenten geworden: Durch zunehmende Trockenheit bringen die fruchtbaren Böden weniger Ertrag. Und wegen des starken Bevölkerungswachstums werden mehr Acker- und Weideflächen gebraucht als bisher. Da die malische Regierung sich nicht um die Landfrage kümmert, bekämpfen sich Viehzüchter und Bauern zunehmend mit Waffengewalt. Und in das Vakuum, das der Staat hinterlässt, stoßen radikale Islamisten und werden für die Bevölkerung in Mali zunehmend attraktiv. Auch weil sie bei Landkonflikten Urteile sprechen und die Streitfälle lösen.