2 subscriptions and 0 subscribers
Article

Wenn Knochen wegbröckeln

2yuumnngw5 detail image 405147

Foto: Unsplash/veeterzy

Osteoporose trifft nur Frauen? Von wegen! Auch ältere Männer haben ein erhöhtes Risiko, dass ihre Knochen an Festigkeit verlieren und schneller brechen. Astronauten übrigens auch (egal ob männlich oder weiblich). Die rbb Praxis hat für Sie zehn wichtige Fakten rund um den "Knochenschwund": wie man ihn erkennt, was dagegen hilft und wie Sie vorbeugen können.

Volkskrankheit Osteoporose


Mehr als sechs Millionen Deutsche leiden an dem Knochenschwund. Damit gehört Osteoporose zu den zehn bedeutendsten Krankheiten. Dass es nur Frauen trifft, ist ein Mythos: mindestens jeder fünfte Betroffene männlich. Grundsätzlich steigt für beide Geschlechter das Risiko mit zunehmenden Alter – Frauen sind dennoch häufiger betroffen...

 

Frauen bevorzugt


Bei Frauen setzt die Osteoporose im Schnitt ungefähr 10 Jahre eher ein als bei Männern – und zwar um das 50. Lebensjahr, bedingt durch die Wechseljahre. Östrogene sind die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone. Unter anderem regen sie bei Frauen auch den Knochenaufbau an. Mit den Wechseljahren stellen die Eierstöcke zunehmend ihre Funktion ein, weshalb auch die Produktion von Östrogen abnimmt. Der Östrogenmangel führt dann dazu, dass mehr Knochen ab- als aufgebaut werden.

 

Oberschenkelhals- und Beinbruch?


Da die Osteoporose eine Erkrankung des gesamten Skeletts ist, erhöht sich die Gefahr von Knochenbrüchen grundsätzlich für alle Knochen. Ärzte nennen das Fraktur-Riskio. Trotzdem kommen bestimmte Brüche bei Osteoporose besonders häufig vor: nämlich Brüche am Oberschenkelhals, der Hüfte und den Wirbelkörpern.

 

Drum prüfe sich...


Das fiese an Osteoporose ist: man merkt sie meist nicht. Manchmal können Rückenschmerzen ein Hinweis sein. Die Schmerzen kommen aber meist erst spät, kurz bevor es zu einem Bruch kommt. Wer möglichst lange seine starken Knochen behalten will, sollte deshalb schon vorher testen, ob er zu den Risikopatienten gehört. Das geht zum Beispiel online auf der Seite des Dachverbands der Osteoporose Selbsthilfegruppen (OSD) und dauert ca. fünf Minuten: www.osd-ev.org/osteoporose/osteoporose-test/

Sollten Sie zur Risikogruppe gehören, ist eine weiterführende Untersuchung bei Spezialisten für Sie kostenlos.

 

Ultraschall und Rauch


Ultraschalluntersuchungen zur Knochendichte werden manchmal in Apotheken angeboten. Vorteil: null Strahlenbelastung. Nachteil: null Aussagekraft in Bezug auf die Knochendichte. Also, besser gleich lassen. Stattdessen empfehlen sich...

 

Die gute Untersuchung


... eine Knochendichtemessung mit computertomographischen Methoden und ein Bluttest sind klassische Untersuchungsmethoden, wenn es um den Verdacht einer Osteoporose geht. Suchen Sie sich in jedem Fall eine Ärztin oder ein Arzt mit Erfahrung auf dem Gebiet und mit Zeit für ein ausführliches Gespräch über Ihre Krankengeschichte. Denn neben Alter, Geschlecht und genetischer Veranlagung bilden auch bestimmte Krankheiten oder Medikamente, sowie der Lebensstil Risikofaktoren für Knochenschwund.

 

Der Osteoporose davonlaufen


Oder schwimmen, tanzen, radeln – wer Sport macht, tut den Knochen damit etwas Gutes. Denn durch die Bewegung entstehen mechanische Reize, die den Knochenaufbau fördern. Mit gezieltem Krafttraining lassen sich außerdem die Balance, Kraft und die Dehnfähigkeit verbessern – auch so kann Stürzen vorgebeugt werden. Optimal ist ein gezieltes Training der Bein- und Oberschenkelmuskulatur sowie der Rücken- und Bauchmuskeln – und das möglichst zwei bis dreimal pro Woche.

 

Von Rundrücken und Witwenbuckeln


Wer unter Knochenschwund leidet und diesen lange Zeit nicht behandelt, verliert oft an Körpergröße. Ärzte sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem osteoporotischer Rundrücken – besser bekannt als „Witwenbuckel“: Gebrochene Wirbelkörper führen im Laufe der Jahre bei Osteoporosekranken zu einer Verkrümmung der Brustwirbelsäule – dadurch schrumpfen die Patienten auf eine kleinere Körpergröße – auch Männer, nicht nur bei Frauen.

 

Behandlung: Je früher, desto besser


Je früher mit der Behandlung und begonnen wird, desto mehr Knochensubsanz kann erhalten bzw. auch wieder aufgebaut werden. Um dem Knochenschwund entgegenzuwirken erhalten Patientinnen und Patienten Medikamente, die entweder den weiteren Knochenabbau hemmen oder den Knochenaufbau fördern. Die Wahl des Arzeneimittels ist gekoppelt an ein komplexes Zusammenspiel von Diagnoseergebnissen, Alter, Geschlecht, Knochenqualität und Risikofaktoren – und muss daher von Ärztin oder Arzt individuell bestimmt werde. Zusätzlich wird vielen Patientinnen und Patienten die Einnahme von Kalzium und Vitamin D empfohlen. Denn der Körper benötigt Vitamin D, um Kalzium in die Knochen einzubauen. Und noch einmal: Bewegung und Muskelaufbau helfen!

 

Fit wie ein Astronaut


Von Muskel- und Knochenabbau sind nicht nur ältere Menschen, sondern auch Astronauten im All betroffen. Um dem vorzubeugen haben die Weltraumorganisationen NASA und ESA deshalb das Sportgerät „Galileo“ entwickelt, das mit schnellen Vibrationen arbeitet. Auf der Erde hilft die Vibrationstechnologie nachweislich auch gegen Osteoporose. Durch das Vibrieren wird die Muskulatur mechanisch gereizt; in zehn Minuten werden so viele Muskeln angesprochen, als wenn der Patient 9.000 Schritte gelaufen wäre. Dabei ziehen die Muskeln gleichzeitig hochfrequent am Knochen und regen damit zum Knochenanbau an.



Original