Annette Bulut

Dipl.-Journ. / freie Journalistin (Medizin, Immobilien, Energie), Dortmund

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Arthrose: Das hilft bei Gelenkschmerzen

Arthrose, also der Verschleiß des Gelenkknorpels, verursacht starke Schmerzen. Linderung verschaffen gelenkfreundlicher Sport, ausgewogene Ernährung und schmerzlindernde Präparate. Bei fortgeschrittenen Gelenkschäden helfen moderne operative Behandlungsmöglichkeiten. Welche Therapie ist für wen am besten?

Die erste Anlaufstelle bei starken Gelenkbeschwerden ist meist der Hausarzt. Dieser verschreibt zur Linderung der akuten Beschwerden in der Regel sowohl Schmerztabletten, Schmerzgels oder -salben als auch Krankengymnastik, Physiotherapie, Akupunktur, Osteopathie oder Rehasport.

Denn bei Arthrose ist moderate Bewegung sehr wichtig. Sie allein führt oft schon zu einer wirksamen Verbesserung. Manche Patienten betreiben jedoch wegen der starken Schmerzen kaum oder gar keinen Sport. Genau das Gegenteil ist aber richtig: Bewegung ist bei Arthrose ein wesentlicher Baustein des Heilungsprozesses. Denn Gelenke bekommen durch Bewegung Sauerstoff und Nährstoffe und können sich regenerieren. Empfehlenswert sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aquagymnastik, Nordic Walking oder Radfahren.

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Das mit Abstand am häufigsten von Arthrose betroffene Gelenk ist das Kniegelenk. Sieben bis zehn Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Knie-Arthrose. Frauen sind etwa zweimal so häufig von Knie-Arthrose betroffen wie Männer. Warum, ist weitgehend unklar. "Wahrscheinlich spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Es kann unter anderem an einer höheren Rate an häufigeren Fehlstellungen wie X-Beinen liegen. Darüber hinaus scheint Knorpel bei Frauen weniger belastbar zu sein", erklärt Professor Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopädie und leitender Arzt der Knieabteilung in der orthopädischen Gelenk-Klinik Gundelfingen.

Die Schwere der Schädigung entscheidet über die Therapieform. Wird eine beginnende Arthrose mit Knorpelverschleiß früh genug erkannt, kann das Voranschreiten der Krankheit mit einfachen Mitteln wie täglicher Bewegung, dem Einhalten von Normalgewicht und gesunder Ernährung verlangsamt werden. Bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß nützt das allein nichts mehr. Dann kommt eine neue Behandlungsmöglichkeit in Betracht, die "biologische Knorpelersatztherapie". Bei diesem modernen Operationsverfahren werden Knorpelschäden mithilfe körpereigener Knorpelzellen repariert. Diese werden im Labor gezüchtet und füllen Knorpeldefekte wieder auf. Durch die neue Therapie kann sich die Knorpelfläche wieder regenerieren und der vorzeitige Verschleiß gestoppt werden.

"Der gravierende Pluspunkt für den Patienten: Da an der Stelle des Knorpelschadens im Gelenk echtes Knorpelgewebe nachwächst, ist erstmals eine vollständige Heilung von Knorpeldefekten möglich. Die Pufferfunktion des Knorpels wird so zuverlässig wieder hergestellt", erklärt Ostermeier. Bisher wird die Knorpeltransplantation in Deutschland aber nur von wenigen ausgesuchten Spezialisten durchgeführt. Ist der Gelenkverschleiß zu weit fortgeschritten, ist auch diese Therapie nicht mehr möglich. Dann wird eine Vollprothese unvermeidlich. Spezialisierte Kliniken setzen heutzutage mit OP-Robotern maßgeschneiderte, künstliche Kniegelenke ein. Für eine Knie-Endoprothetik muss der Operateur die Beinachse und die Spannung der Muskelbänder exakt einstellen. Bei dieser kniffligen Arbeit unterstützt der OP-Roboter den Arzt. Ziel ist es, dass jeder Patient seine volle Beweglichkeit zurückerhält und absolut schmerzfrei ist.

Immer in Bewegung bleiben Wenig Fleischprodukte, öfter vegetarisch oder vegan essen Abnehmen bis zum Normalgewicht Treppensteigen, nicht den Fahrstuhl nehmen Täglich 30 Minuten spazieren gehen
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