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Die brutale Seite der französischen Riviera

An der ligurischen Riviera, vor einem dramatischen Alpenpanorama, führt der letzte Abschnitt
der Via Aurelia durch die italienische Stadt Ventimiglia und setzt sich über die italienische Grenze
hinweg in Frankreich auf derselben Straße fort, die den alten Römern vor über zweitausend
Jahren als Marschroute diente. Die Römerstraße umsäumt die felsige Küste, die einen krassen
Gegensatz zum Blau des Meeres und zum leuchtenden Grün der üppigen Vegetation – Kakteen,
Zitronenbäume und Agaven – bildet, wenn die Sonne auf die Terrassen der nach Süden zeigenden
Häuser fällt. Nach der San Luigi-Brücke weist ein Straßenschild mit der Aufschrift „Menton“ den
Weg zur ersten französischen Ortschaft nach der Grenze, einem kleinen Dorf an der französischen
Riviera. Einige Meter weiter befindet sich das Restaurant Mirazur, das mit seinen Menüs ab
160 Euro pro Person 2019 die Liste der „World‘s Best 50 Restaurants“ anführte.
Auf der rechten Straßenseite sieht man zwei Männer in dunklen Uniformen und Fluo-Sicherheitsjacken, die in dieser idyllischen Landschaft fehl am Platz zu sein scheinen. Hinter
ihnen steht ein französischer Polizeitransporter. Auf der Straße vor ihnen bewegen sich Autos im
Schneckentempo vorwärts, während die Polizisten die Innenräume der aus Italien kommenden
Fahrzeuge inspizieren...