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Kampf gegen Plastikmüll: Die wichtigsten Fakten zum EU-Plastikverbot

Plastikmull credit jennifer timrott flustix 744x415px

Mit neuen Verboten und Vorschriften will die EU-Kommission der Verschmutzung der Weltmeere entgegenwirken. Bestimmte Plastik-Wegwerfprodukte könnten bald der Vergangenheit angehören. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum geplanten Plastikverbot.

Jede Minute gelangt irgendwo auf der Welt ein ganzer Mülltransporter voll Plastikmüll ins Meer. Wenn sich daran nichts ändert, werden 2050 vom Gewicht her mehr Plastikteilchen als Fische darin schwimmen. Allein diese beiden Fakten zeigen, wie wichtig es ist, den Plastikkonsum zu reduzieren – und das ist mittlerweile auch in Brüssel angekommen. Aus Sorge, dass der Planet mit Plastik zugemüllt wird, legte die Europäische Kommission Ende Mai 2018 einen Legislativvorschlag zu Einwegprodukten vor und läutete so ganz offiziell die erste Runde im Kampf gegen Plastikmüll ein. Damit realisiert die Kommission die erste Maßnahme ihrer Kunststoffstrategie, die sie bereits im Januar 2018 in Brüssel präsentiert hatte. Ihr zufolge sollen bis 2030 alle Kunststoffverpackungen in der Europäischen Union (EU) recyclingfähig sein. Einige Plastikprodukte sollen gänzlich verboten werden. DONNA Online fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zum Plastikverbot für Sie zusammen.

Wo liegt das Problem?

Nach Angaben der EU-Kommission entstehen allein in der EU jedes Jahr rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll. Nicht mal ein Drittel davon wird zur Wiederverwertung gesammelt. Der Rest landet auf Deponien, wilden Müllkippen, in Flüssen oder im Meer. Nordöstlich von Hawaii treibt ein Müllstrudel (Great Pacific Garbage Patch)der etwa 4,5-mal so groß ist wie Deutschland. Vier weitere Müllteppiche schwimmen in den anderen Ozeanen. Immer wieder werden an Küsten und Stränden Wasservögel und Fische entdeckt, die aufgrund ihrer mit Plastik gefüllten Mägen verendet sind. Bis zu 85 Prozent des Mülls an europäischen Stränden sind nach EU-Angaben Plastik, die Hälfte davon Wegwerfprodukte zum einmaligen Gebrauch.Das Paradoxe daran ist, dass sie trotz ihrer kurzen Nutzungsdauer extrem langlebig sind. „Eine Plastikflasche hat zum Beispiel eine Zersetzungszeit von 200 bis 450 Jahren, bis man sie mit dem bloßen Auge nicht mehr sehen kann“, berichtet Autorin Esther Gonstalla in ihrem Infografikbuch „Das Ozeanbuch – Über die Bedrohung der Meere“. [...]

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