Anika Landsteiner

Autorin, Journalistin, Bloggerin, München

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München leuchtet

Manchmal kann ich es selbst kaum glauben, dass ich als „Zuagroaste", als Exil-Hamburgerin, schon so lange in München lebe. 18 Jahre ist die bayerische Landeshauptstadt schon meine Heimat. Was sie so reizvoll macht, merke ich vor allem dann, wenn Freunde oder Familie zu Gast sind. Denen zeige ich die Highlights - und genieße den Stadtbummel wohl selbst am meisten. München an zwei Tagen erleben? Das geht prima, sofern ihr gut zu Fuß seid.

Am trubeligen Stachus, dem Karlsplatz, beginnen wir unseren Spaziergang.

Durch das Karlstor betreten wir die Altstadt und schlendern die Neuhauser Straße entlang, vorbei an den Geschäften der Fußgängerzone. Wenn sie nicht gerade renovierungsbedingt eingepackt sind, entdecken wir unterwegs auch die kugeligen Türme der Frauenkirche.

Glockenspiel am Marienplatz

Und dann sind wir auch schon am Marienplatz. Normalerweise mag ich den Trubel auf dem Münchner Hauptplatz nicht, aber wenn Besuch da ist, genieße ich es, Teil der Touristenmenge zu werden. Wir geben uns das „volle Programm" und sehen uns das Glockenspiel am Neuen Rathaus an. Das könnt ihr täglich um 11 und um 12 Uhr, von März bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr, in Aktion sehen. Vor allem die asiatischen Urlauber lieben die sich drehenden Figuren und filmen das Schauspiel mit ihren Smartphones.

Vom Marienplatz aus gehen wir am Alten Rathaus vorbei und biegen dann rechts ab zum Viktualienmarkt. Meine Mutter trinkt hier immer gern einen frisch gepressten Saft, andere greifen bei Bratwurst oder Leberkäs-Semmel zu. Ich lasse mich einfach gern zwischen den Marktständenmit frischem Obst, Gemüse und exotischen Leckereien treiben. Hin und wieder esse ich gern bei der Münchner Suppenküche, aber heute soll es doch bitte so richtig deftig bayerisch sein: Wir gehen ins Hofbräuhaus (Platzl 9). Dorthin sind es vom Viktualienmarkt aus nur etwa zehn Minuten zu Fuß. Wer vor dem Essen noch ein paar Kalorien verbrennen will, steigt unterwegs auf den „Alten Peter". Auf den Turm der Pfarrkirche Sankt Peter (Rindermarkt 1) sind es etwa 300 Stufen und von oben habt ihr einen tollen Blick über München - bei Föhn sogar bis zu den Alpen (Turmbesteigung: 2 Euro). So, jetzt aber bitte zu Tisch! Im Hofbräuhaus gibt es leckere „Schmankerl" und der Service ist extrem flott (dafür mal mehr, mal weniger freundlich, aber nunja). Bei gutem Wetter könnt ihr auch im Innenhof sitzen.

Für den Nachmittag steht „Technik entdecken" auf dem Programm. Wir gehen vorbei am Isartor (am Ende vom Tal, der Straße, die vom Marienplatz wegführt) und halten uns auf der Zweibrückenstraße Richtung Isar. Wir überqueren den Fluss zum Deutschen Museum (Museumsinsel 1), dem größten naturwissenschaftlich-technischen Museum der Welt.

An einem Nachmittag ist die riesige Sammlung natürlich nicht zu schaffen. Also besser nicht zu viel vornehmen, sondern auf ein, zwei Bereiche beschränken. Mit meinem Neffen waren wir letztes Mal in der Bergwerks-Abteilung, die drei Stockwerke tief unter die Erde führt. Wem es mit Kindern da unten zu dunkel ist: Das „Kinderreich" mit Feuerwehrauto, Wasserspielen und Riesengitarre ist ein großer Spaß.

Apropos Museum: Einmal im Jahr, jeweils im Oktober, findet in München die „Lange Nacht der Museen" statt. Mit einem Ticket habt ihr dann zu nächtlicher Stunde die Auswahl zwischen rund 90 verschiedenen Einrichtungen.

Aber für heute haben wir genug gesehen. Jetzt wollen wir nur noch lecker essen und dann die platt gelaufenen Füße hochlegen. Wer noch mal Lust auf bayerische Küche hat, dem empfehle ich das Wirtshaus in der Au (Lilienstraße 51), nicht weit vom Deutschen Museum. Die Knödel hier sind der Hit, regelmäßig könnt ihr hier auch in Knödelkursen lernen, wie man sie selber macht. Bei schönem Wetter: Der nächstgelegene Biergarten ist der Biergarten am Muffatwerk (Zellstraße 4).

Für Tag zwei unserer München-Tour steigen wir auf Fahrräder um. Leihen könnt ihr sie zum Beispiel bei Mike's Bike Tours (Bräuhausstraße 10, nicht weit vom Tal, 17 Euro für einen ganzen Tag).

Erster Halt: Odeonsplatz.

Hier erzähle ich meinen Gästen kurz etwas über die wunderschöne Theatinerkirche und die Feldherrenhalle, dann müssen sie unbedingt die Schnauze eines der Bronzelöwen in der Residenzstraße reiben. Das bringt Glück!

Vom Odeonsplatz biegen wir in den Hofgarten ein.

Vorbei an der Staatskanzlei gelangen wir in den Englischen Garten. Diesen riesigen Park müsst ihr einfach gesehen haben. Doch bevor wir weiter hineinradeln, halten wir noch bei einer weiteren Sehenswürdigkeit: den Surfern auf der Eisbachwelle. Von der Prinzregentenstraße aus, rechts neben dem Haus der Kunst, könnt ihr sie sehen. Ein tolles Spektakel.

Und dann hinein in den Park.

Für eine Mittagspause bietet sich hier entweder der Kiosk am Eisbach „Fräulein Grüneis" (Lerchenfeldstraße 1a) an, der Biergarten am Chinesischen Turm (Englischer Garten 3) oder das Seehaus (Kleinhesselohe 3). Im Südteil des Parks ist viel los, im Nordteil könnt ihr manchmal glatt vergessen, dass ihr in der Stadt seid (etwa wenn ihr auf die hier grasende Schafherde trefft).

Zurück radeln wir auf der Leopoldstraße, dann die Ludwigstraße entlang, vorbei an meiner Alma Mater, der Ludwig-Maximilians-Universität.

Unterwegs könnt ihr in zahlreichen Straßencafés die Seele baumeln lassen, zum Beispiel auch in der Schellingstraße, in die ihr von der Ludwigstraße abbiegt, oder in der Türken- und Amalienstraße im Univiertel.

Wer noch Lust auf ein wenig Kultur hat, den nehme ich mit Richtung Nymphenburg: Wir biegen am Odeonsplatz in die Brienner Straße. Am Karolinenplatz würdet ihr rechts abbiegen, um zu den Museen und Galerien im Kunstareal rund um die Barer Straße zu gelangen. Mein Favorit: Die Pinakothek der Moderne (Barer Straße 40, am Sonntag kostet der Eintritt nur 1 Euro!).Ich will mit meinen Gästen aber diesmal noch weiter Richtung Westen, zum Schloss Nymphenburg. Bayern bezeichnet sich ja selbst als „Schlösserland", das sollen meine Gäste auch ein Schloss zu sehen bekommen.

Wir bleiben auf der Brienner Straße, überqueren den Königsplatz und radeln dann die Nymphenburger Straße immer weiter, bis wir am Kanal ankommen, der zum Nymphenburger Schloss führt (Nördliche / Südliche Auffahrtsallee).

Das Schloss könnt ihr besichtigen und sehr sehenswert (z.B. mit Kindern) ist auch das Museum Mensch und Natur (Eintritt: 3,50 Euro, Kinder und Jugendliche frei). Ein Museum, in dem an vielen Stellen das Anfassen ausdrücklich erlaubt ist. Ob Saurier, Seetiere oder das Innere des menschlichen Körpers: Hier gibt es viel zu sehen und zu lernen.

Wir schlendern noch ein wenig durch den Park (Radfahren ist hier nicht erlaubt). Auf der „Hauptstrecke", die vom Schloss geradewegs auf die Wasserkaskadezuführt, ist es immer sehr voll, aber sobald ihr nach rechts oder links abbiegt, wird es sehr schnell angenehm ruhig.

Am Abend kehren wir in der nahegelegenen Schlosswirtschaft Schwaige (Schloss Nymphenburg 30) ein. Bei schönem Wetter sitzt ihr sehr nett im Innenhof - und esst den vielleicht besten Kaiserschmarrn Münchens. Ein Grund mehr, diese Stadt zu lieben, oder?

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