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Athener Kunstszene - NZZ am Sonntag (Teil 1)

„Athen ist ein Kessel unter Hochdruck, der jeden Augenblick explodieren kann“. Poka-Yio sagt es, springt auf, ruft einem Mitarbeiter im Nebenzimmer etwas zu, setzt sich wieder hin, tippt eine sms ins Smartphone. Es sind keine guten Tage in Athen. „Wir dachten, ok, das ist eine Krise, ein Einschnitt, den man irgendwann überwindet, aber nun sind die Masken gefallen“, sagt der Leiter der Athener Biennale. Es ist wenige Tage nach dem großen Brüsseler Krisengipfel, keine zwei Wochen nach dem griechischen Referendum und wenige Stunden vor der Debatte im griechischen Parlament über den Deal mit den Europartnern, den der deutsche Philosoph Jürgen Habermas als toxisch bezeichnen wird.