Alisa Sonntag

Freie Journalistin und Fotografin, Leipzig

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Wie ist man seiner Zeit voraus, Helene?

Helene Schreiber holt mich vom Hauptbahnhof ab. Freitags um zehn Uhr steht sie alleine auf dem leeren Bahnhofsvorplatz in Erfurt, ihr Auto auf dem Parkplatz daneben. Ich erkenne sie sofort. Vorher hatte sie geschrieben - über Whatsapp -, dass sie etwas außerhalb von Erfurt wohne und zu ihr nur stündlich ein Bus fahre. Sie würde mit dem Auto kommen.


In ihrem Wohngebiet stehen vor allem Einfamilienhäuser. Schwungvoll fahren wir in die Einfahrt, wo der Nachbar gerade das Auto putzt, schwungvoll bleiben wir stehen. Während Helene Schreiber in einem Zug am Auto des Nachbarn vorbei in ihre Garage fährt, wie sie es sicher schon hunderte Male getan hat, schaut der Nachbar etwas angestrengt. Vor einer Weile habe sie beim Einparken an seinem Auto eine Schramme hinterlassen, erklärt er. Mit einem Grinsen steigt Helene Schreiber aus.


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