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Bakterienhemmer Triclosan in der Kritik

Wie gefährlich ist Triclosan in Zahncreme?

Zahnfleischprobleme, Plaque und Mundgeruch - wer will das schon? Der Zusatz von Triclosan in Zahncreme kann dagegen helfen. Unter anderem der Hersteller Colgate setzt bei seinem Produkt Colgate Total auf den Wirkstoff. Die Chemikalie schädigt aber womöglich den Hormonhaushalt und fördert Resistenzen bei den Bakterien, die sie niederhalten soll. Das befürchten zumindest Experten in Skandinavien und raten von Zahnpasta mit dem Stoff ab. In Deutschland bleiben Fachleute gelassen. Colgate weist die Vorwürfe zurück.

Jedes Kind weiß: Hin und her, Zähneputzen ist nicht schwer. Doch ist Zahnpflege mit Colgate Total womöglich gefährlich? Die Zahncreme enthält Triclosan und "dessen Vorteile wiegen die Nebenwirkungen nicht auf", beklagt etwa Freddie Sloth-Lisbjerg, der Vorsitzende der dänischen Zahnärztevereinigung: "Der klinische Effekt ist begrenzt." In Dänemark haben einige Politiker deshalb unlängst gefordert, Triclosan-Zahnpasta zu verbieten.

Der Schwede Bo Jönsson, Chemieprofessor an der Universität Lund, pflichtet dem bei. In Versuchen, bei denen Probanden auf Zahncreme mit Triclosan umgestiegen sind, konnte Jönsson binnen einer Woche mehr als tausendfach erhöhte Triclosan-Werte im Urin feststellen. Eine von Jönsson begonnene klinische Studie, an der 2400 Frauen und Kinder beteiligt sind (...)

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Info:

Triclosan hemmt das Bakterienwachstum. Seine Verwendung ist vor allem im medizinischen Bereich notwendig, etwa bei Kathetern, medizinischen Seifen oder Operationsschläuchen. In anderen Bereichen, etwa in Funktionsunterwäsche, worin Triclosan Schweißgeruch verhindern soll, in Waschmitteln oder in Hautcremes ist der Stoff inzwischen auf dem Rückzug. In Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff ist der Stoff seit 2010 verboten. Der Grund: Die Chemikalie steht im Verdacht, den Hormonhaushalt zu stören und bei Bakterien Resistenzen gegen den Stoff sowie gegen Antibiotika zu fördern. Auch Muskeln könnte Triclosan schwächen. Kosmetika, die abwaschbar sind, wie Shampoo oder Zahncremes, dürfen in der EU höchstens 0,3 Prozent Triclosan enthalten.

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