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Spektakuläre Ausbrüche aus Berliner Gefängnissen

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In Berlin gibt es immer wieder spektakuläre Ausbrüche aus Gefängnissen. Eine Auswahl aus den vergangenen Jahren.

In Berlin kommt es regelmäßig zu Ausbrüchen aus Gefängnissen. Eine Auswahl:

2015 Im Juli schafften es zwei Männer innerhalb einer Woche, bei Freigängen zu flüchten.

2014 Ähnlich spektakulär wie jene aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee war die Flucht zweier Gefangener aus der JVA Moabit im Mai. Zunächst hatten die beiden Häftlinge die alten Gitterstäbe ihrer Zelle durchtrennt, dann mehrere Stacheldrahtrollen auf den Dächern überwunden und waren schließlich in die Freiheit gesprungen. Der damalige Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) nannte den Ausbruch eine "sportliche Leistung" und erntete dafür Kritik und Rücktrittsforderungen. Trotz heftigen Gegenwinds trat Heilmann damals aber nicht zurück. Die Flucht war - wie in Plötzensee auch - vom Personal trotz Überwachungsmonitoren nicht bemerkt worden.

2014 Im Juni konnten vier Häftlinge aus dem Jugendgefängnis in Plötzensee am Friedrich-Olbricht-Damm ausbrechen. Den jungen Männern gelang mit Decken die Flucht über ein Stacheldraht-Tor.

2012 Im November gelang einem Häftling die Flucht aus dem Maßregelvollzug. Der drogensüchtige Gewalttäter wurde zur Behandlung in eine Rettungsstelle gebracht. In der für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglichen Rettungsstelle warteten bereits zwei Bekannte des Straftäters - und halfen ihm bei der Flucht. Auch hier wartete vor der Tür ein Fluchtwagen.

2011 Im Juni gelang drei Häftlingen die Flucht aus der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Die Inhaftierten verbogen die Gitter vor einem Fenster und konnten so unbemerkt flüchten.

2010/2011 Im Oktober 2010 täuschte ein Häftling so lebensecht Bauchschmerzen vor, dass er als Notfall in eine Rettungsstelle gebracht wurde. Dort riss er sich los und entkam mit einem vor der Tür wartenden Fluchtauto. Fahnder spürten ihn fünf Monate später in Budapest auf. Demselben Mann gelang im Juli 2011 noch einmal die Flucht. Dieses Mal konnte er unbemerkt die Gitter am Fenster seines Badezimmers durchsägen.

2009 Im August gelang es einer Gefangenen der Frauenhaftanstalt in Lichtenberg, über den Zaun der Haftanstalt zu klettern. Die Gefängniswärter bekamen das nicht mit.

Auch dass Gefangene aus dem offenen Vollzug nicht zurückkehren, passiert relativ häufig, allein im Jahr 2016 laut Justizverwaltung genau 52 Mal. Ein beliebter Trick ist auch das Vortäuschen von Krankheiten, um so in weniger gesicherte Bereiche zu kommen und dann die Flucht zu wagen. Denn bei akuten Erkrankungen werden Häftlinge zwar unter Begleitung, aber in normalen für die Öffentlichkeit zugängigen Rettungsstellen behandelt.

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