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Wie begeistert man junge Leute für MINT?

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Ein Gastbeitrag von Susanne Lettner - MINT-Nachwuchs fördern

Der MINT-Bereich bietet viele unterschiedliche, spannende Berufsmöglichkeiten, die sich nicht nur auf die traditionellen Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik beschränken. Wer im MINT-Bereich beruflich tätig ist, hilft aktiv mit, durch Forschung und Technologie unseren Lebensstandard zu verbessern und voran zu bringen. Gebraucht werden daher engagierte, kreative und intelligente Menschen, die an Zukunftslösungen arbeiten.


Susanne Lettner ist MINT-Botschafterin von der deutschen Initiative MINT Zukunft schaffen und Young Science-Botschafterin des österreichischen Young Science-Zentrums. Sie engagiert sich um junge Menschen für einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz im MINT-Bereich zu begeistern. Für Club MINTernational gibt Susanne Lettner Tipps, wie junge Menschen den Einstieg in den MINT-Bereich schaffen und wie Schulen und Unternehmen sie dabei unterstützen können.

Schon während der Schulzeit reinschnuppern

„Schülerinnen und Schülern rate ich, sich am besten vorab ein Bild vom MINT-Bereich zu machen. Veranstaltungen wie der Girls'Day oder auch Schülerpraktika bieten die Möglichkeit in einen MINT-Arbeitsplatz reinzuschauen. Dort können sich Schüler auch mit Berufstätigen austauschen, die Ihnen Tipps geben. So erfahren sie von ihnen, was sie im Studium oder während der Ausbildung erwartet, welche Berufsperspektiven es gibt und sie können testen, ob das der richtige Arbeitsplatz wäre", erklärt Susanne Lettner.

Unterschiedliche Lehrformate helfen jungen Menschen bereits während der Schulzeit in einen MINT-Arbeitsplatz reinzuschnuppern. „Das P-Seminar ist Teil der gymnasialen Oberstufe in Bayern und ein tolles Beispiel, wie Schulen bewusst Schüler bei der Studien- und Berufswahl unterstützen können und auf das Berufsleben vorbereiten", so Lettner. Im P-Seminar arbeiten Schülerinnen und Schüler ein Jahr lang an einem Projekt, welches gemeinsam mit außerschulischen Partnern (wie Unternehmen, Forschungseinrichtungen) umgesetzt wird.

Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen

Damit MINT-Veranstaltungen (wie der Girls'Day, Schülerpraktika etc.) überhaupt zustande kommen können, ist eine gute Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen notwendig, die eine einladende, offene Haltung beiderseits voraussetzt. Einerseits müssen Unternehmen für die MINT-Events Zeit einplanen und Mitarbeiter dafür abstellen. Anderseits ist es nötig, dass motivierte Lehrkräfte mitmachen und junge Menschen spielerisch an den MINT-Bereich heranführen.

Denn um Schülerinnen und Schüler überhaupt für den MINT-Bereich begeistern zu können, müssen sie diesen erst einmal kennen lernen. „Unternehmen und Schulen sollten sich partnerschaftlich begegnen, denn von der Zusammenarbeit profitieren beide Seiten nachhaltig und vor allem langfristig. Gerade Unternehmen rate ich daher bewusst auf Schulen und Hochschulen zuzugehen und Formate wie Schülerpraktika, Studienabschlussarbeiten oder Duale Studien anzubieten", meint Lettner.

MINT-Events wecken Interesse

MINT-Formate wie Schülerpraktika, Studienabschlussarbeiten oder Duale Studien sind für einen längeren Zeitraum angelegt. Info-Tage oder Exkursionen, die z.B. nur einen Tag dauern, sind daher eine gute Möglichkeit für Unternehmen den ersten Kontakt aufzubauen und bei Schülern und Studenten das Interesse für das eigene Unternehmen zu wecken. „Meine Erfahrung hat bei 1-tägigen Info-Veranstaltungen gezeigt, möglichst unterschiedliche Programmpunkte einzuplanen und den jungen Menschen ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Der Beginn kann z.B. eine Präsentation des Unternehmens sein mit anschließender Führung durch die Arbeitsstätte. Eine Diskussionsrunde bietet die Möglichkeit viele Fragen zu stellen und die Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer können authentisch von ihrem Berufsweg und Arbeitsalltag berichten z.B. welche Herausforderungen es gibt und an welchen spannenden Projekten sie gerade arbeiten. Gut kommen auch immer praktische Übungen an, in denen die Schüler oder Studierende selbst aktiv werden dürfen - die Übungen sollten aber vom Level auf die unterschiedlichen Altersstufen abgestimmt sein", erzählt Susanne Lettner.

Positive Beispiele bekannt machen

Um ein positives Image für den MINT-Bereich zu bekommen, helfen gute Beispiele aus der Praxis. Berichterstattungen in den Medien können zeigen, dass ein Arbeitsplatz im MINT-Bereich kreativ und abwechslungsreich ist. Das ermöglichen Berichterstattungen über herausragende, innovative Projekte oder Vorstellungen von Personen, die authentisch ihre Berufstätigkeit präsentieren. „Gerade auch zu zeigen, dass Frauen im MINT-Bereich aktiv vertreten sind, hilft Mädchen sich selbstbewusst für einen Arbeitsplatz im MINT-Bereich zu entscheiden. Ein Umdenken in der Öffentlichkeit tritt ein, wenn gute Beispiele bekannt sind. Glaubwürdige Informationen bauen Klischees ab", zeigt Susanne Lettner auf. Auch MINT-Netzwerke speziell für Frauen wie „Komm, mach MINT" sind eine gute Austauschmöglichkeit und Anlaufstellen.

Zur Person:

Susanne Lettner M.A. ist Marketing-Spezialistin bei einem Maschinenbau-Unternehmen und Journalistin. Sie ist MINT-Botschafterin von "MINT Zukunft schaffen - Die Initiativen der deutschen Wirtschaft" mit Sitz in Berlin. Außerdem ist sie Young Science-Botschafterin des österreichischen Young Science-Zentrums, das die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schule fördert. In ihrer Tätigkeit hilft sie, Schüler und Studierende für einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz im MINT-Bereich zu begeistern.


Veröffentlicht am September 10, 2018/ von Andreas Volk


Über Club MINTernational:

Die Homepage des Club-MINTernational ist ein Informationsangebot für Hochschulen zur Orientierung und zur Entwicklung eigener Maßnahmen und Projekte, um den Herausforderungen bei der Internationalisierung der MINT-Studienfächer begegnen zu können.

MINTernational ist eine Programminitiative von Daimler und Benz Stiftung, Daimler-Fonds und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zur Verbesserung der Internationalität in den MINT-Fächern. Im Rahmen des Strategiewettbewerbs MINTernational wurden die Universität Bremen und die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt für zwei Jahre von 2014 bis 2016 gefördert und damit beauftragt gemeinsam mit den geförderten Hochschulen im Club MINTernational einen Erfahrungsaustausch auf Hochschulebene zu initiieren. Die Projektergebnisse wurden mit anderen Hochschulen geteilt sowie Maßnahmen für die Internationalisierung der MINT-Fächer zusammengestellt. Dabei wurde der Club MINTernational vom Stifterverband, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst sowie der Hochschulrektorenkonferenz unterstützt.

Seit 2017 befindet sich das Projekt in einer zweiten Förderphase, die die Aufnahme weiterer auch internationaler Best-Practices zum Ziel hat.








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