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Natürliche Energiequelle: Strom aus Gülle und Bioabfall

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Biogasanlage in Pellworm: Der Zubau neuer Anlagen stockt (Foto: EnviTec Biogas)

Die Biogasbranche ächzt unter der EEG-Novelle, mit der die Einspeisevergütung reduziert wurde. Der Bau von Anlagen, zuvor noch ein sicheres Investment, lohnt oft nicht mehr. Hoffnung machen Anlagen für Gülle und Bioabfälle.

Es ist eine ungewöhnliche Allianz, die den Energiemarkt in Rehau aufmischt: In der oberfränkischen Kleinstadt betreiben die Gerberei Südleder, der Kunststoffspezialist Rehau und das Entsorgungsunternehmen Willy Böhme gemeinsam eine Bioabfallvergärungsanlage. Ende Juli in Betrieb gegangen, soll sie jährlich bis zu 30.000 Tonnen Bioabfall in Biogas und Dünger umwandeln.

Erfahrungen mit der Technik können die beteiligten Unternehmen vorweisen. Südleder etwa betreibt seit 2012 eine Bioenergieanlage, in der Nebenprodukte aus der Lederproduktion sowie organische Reststoffe aus der Abwasseraufbereitung vergärt werden. „Wir konnten so unsere Abfallmenge halbieren", sagt Prokuristin Beate Haaser. „Außerdem sind wir energetisch faktisch unabhängig geworden." Strom und Wärme erzeugen drei Blockheizkraftwerke auf dem eigenen Gelände. Auch das Nachbarunternehmen betreibt ein Blockheizkraftwerk, das mit Biogas arbeitet. Alle Anlagen zusammen haben eine lokale Energiewende ermöglicht: Obwohl in Rehau viele Industrieunternehmen ihren Sitz haben, deckt Bioenergie schon 40 Prozent des örtlichen Strombedarfs.

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Erfolgsgeschichten wie diese sind in der Biogasbranche rar geworden. Wurden im Jahr 2011 noch 1270 Anlagen gebaut, rechnet der Fachverband Biogas für dieses Jahr mit nur 60 neuen Anlagen. Der Grund: Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die im August 2014 wirksam wurde, ist die üppige Einspeisevergütung teils deutlich reduziert worden. Der Bau von Anlagen, der zuvor noch als sicheres Investment gegolten hätte, lohnt oft nicht mehr. „Mittelfristig ist sogar ein Rückbau nicht auszuschließen", warnt Verbandssprecherin Andrea Horbelt. Der Energiewende drohe damit auf lange Sicht ein wichtiger Baustein zu fehlen: „Das speicherbare Biogas kann einspringen, wenn Sonne und Wind keinen Strom liefern."

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