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Abfall- und Abwassergebühren: Kreis Unna ist besonders teuer

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Abfall und Abwasser fallen bei jedem von uns an. Doch die Gebühren, die die Kommunen erheben, sind in jeder Stadt unterschiedlich - und zwar erheblich. Auch innerhalb des Kreis Unna. Selm und Bergkamen sind unter den traurigen Spitzenreitern. 

Der Bund der Steuerzahler NRW (BdSt NRW) hat die Abfall- und Abwassergebühren in den verschiedenen Kommunen in Nordrhein-Westfalen untersucht. Er bildete dafür einen Musterhaushalt und berechnete die Kosten für jede Stadt.


Abfall in Selm ist am zweitteuersten 

Im Kreis Unna muss der Musterhaushalt tief in die Tasche greifen. Bei den Abfallgebühren sind alle Städte im Kreis außer Holzwickede überdurchschnittlich teuer. Der Landesdurchschnitt liegt bei der 14-täglichen Leerung bei 261,21 Euro und bei der vierwöchentlichen Leerung bei 204,67 Euro.


Selm belegt im NRW-Vergleich den traurigen zweiten Platz. Hier zahlen die Menschen 495,48 Euro für die Müllentsorgung. Das ist fast doppelt so viel wie im NRW-Schnitt. Nur Münster ist mit 564 Euro noch teurer. In den Kreisstädten mit vierwöchentlicher Leerung kommen die Bewohner um einiges günstiger weg. Zum Beispiel in Holzwickede mit 203,64 Euro, Bönen mit 228,72 Euro und Unna 231,76 Euro. Insgesamt sind die Kosten für die Müllentsorgung im Kreis Unna in diesem Jahr im Vergleich zu 2017 gesunken.


Auch beim Abwasser steht der Kreis Unna im NRW-Vergleich nicht gut da. Bergkamen gehört zu den teuersten Städten mit Gebühren von 1.079,40 Euro. Dagegen zahlen die Menschen in Bönen 400 Euro weniger, nämlich 618,60 Euro.


Aber wenig ist das auch nicht. Es geht nochmal 360 Euro günstiger. In der Gemeinde Reken im Kreis Borken kostet das Abwasser für den Musterhaushalt nur 246,50 Euro.


Woher kommen die Unterschiede? 

Wie der Bund der Steuerzahler auf seiner Internetseite erklärt, lasten die Kreise die Kosten für die Müllentsorgung den kreisangehörigen Kommunen an. Und die Entsorgungskosten sind in aller Regel der größte Posten in dieser Rechnung. Veränderungen hier haben also großen Einfluss auf die Höhe der Abfallgebühren.


Ein weiterer wichtiger Kostenfaktor bei den Müllgebühren sind die Kosten, die beim Einsammeln und Transportieren des Hausmülls zu den Umladestationen entstehen. Je nachdem welche Unternehmen sich auf die Ausschreibung bewerben, fallen die Kosten anders aus.


Bei den Abwassergebührensätzen der Kommunen geht es viel um kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen. Diese sind in der sogenannten Gebührenbedarfsrechnung der mit Abstand größte Kostenblock. Es kommt auch darauf an, ob das Kanalnetz oder das Klärwerk beispielsweise als Regiebetrieb oder Anstalt öffentlichen Rechts geführt werden.

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