Miriam Rupp

Gründerin, PR- und Storytelling-Expertin, Berlin

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Mit Storytelling zur Schatzinsel der Präsentationswelt segeln - medienrot

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Das Flüstern verstummt, die Blicke richten sich auf die Bühne und der gesamte Vortragssaal ist hellwach. Jeder Redner hat das Ziel, sein Publikum in den Bann zu ziehen, im Kopf des Zuhörers haften zu bleiben, ohne dass er sich Notizen machen muss. Bei einer guten Präsentation kommt es nicht darauf an, woher der Wind weht, sondern wie der Redner die Segel setzt. Mit den nachfolgenden Storytelling-Tipps holen Präsentierende ihr Publikum mit in jedes thematische Boot.


Gemeinsam die Segel setzen 

Das Publikum ist der Held und steht während der gesamten Präsentation im Zentrum des Geschehens. Als Mentor navigiert der Redner seine Zuhörer aus ihrer gewohnten Welt heraus, um sie von seinem persönlichen Abenteuer zu überzeugen. Ein gutes Beispiel bietet die Rede von Martin Luther King. „I have a dream" pendelt zwischen Zukunftsvision und dem Status quo. Durch die Vergleiche gibt King seinen Ideen mehr Gewicht. Zuhörer werden nicht mit Bulletpoints oder langen Statistiken überzeugt, sondern indem der Präsentierende seinem Publikum auf Augenhöhe begegnet. Statt zu belehren, sollte er sie mit positiven Botschaften inspirieren. Erfolgreiche Speaker involvieren ihr Publikum und lassen sie aktiv an der Präsentation teilhaben. Mit direkten Fragen, eigenen Einschätzungen, ob schriftlich, in Gruppen oder direkt und mündlich - es gibt viele Möglichkeiten, den Zuhörern das Gefühl zu geben, dass sie ein Teil der Rede sind.


Persönliche Geschichten machen greifbarer 

Was einen Mentor einzigartig macht, ist sein Erfahrungsschatz. Persönliche Geschichten lassen den Präsentierenden nicht nur menschlicher und greifbarer erscheinen, sondern stärken die Beziehung zum Publikum. Damit er die Zuhörer nicht im Bermudadreieck der Präsentationen verliert, sollte der Redner eine bildhafte Sprache nutzen. Statt langer Textblöcke oder Zahlen helfen visuelle Ideen dabei, komplexe Sachverhalte einfach und nachvollziehbar zu machen. Mit greifbaren Bildern kann er die Fantasie seiner Zuhörer anregen. Um bei der Seefahrt zu bleiben, kann es statt einer stürmischen Fahrt ruhig etwas genauer sein: Das Boot schwankte auf und ab, das dunkle Meereswasser schwappte auf das Deck und überschwemmte das Schiff. Je mehr Sinne angesprochen werden, desto tiefer prägt sich das Bild ein, da Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn im Gehirn aktiviert werden. Richtig aufgebaut und erzählt, merken wir uns solche Geschichten nicht nur leichter, sondern erzählen sie auch bereitwillig weiter - und tragen dazu bei, dass sich die Botschaften verbreiten.


Requisiten erzeugen erinnerungswürdige Emotionen

Eine bildhafte Sprache, ein lebhafter Erzähler und viele eindrückliche Emotionen machen eine gute Präsentation aus. Dabei muss der Speaker nicht nur Bilder oder Videos nutzen, um seine These zu untermauern. Die passenden Requisiten helfen dem Zuschauer dabei, die Botschaft in Erinnerung zu behalten. Wenn es um die Verschmutzung der Meereswelt geht und wie viel Plastik sich im Ozean befindet, reicht nicht allein ein Bild von der aktuellen Lage - ein Stück altes Fischnetz, das verwittert, aber doch robust seinen weiten Weg veranschaulicht, kann genutzt werden. Haptische Erlebnisse stärken unser Erinnerungsvermögen und ungewöhnliche Mitbringsel bleiben im Gedächtnis.

Fazit Jede Präsentation ist von der Erzähltechnik des Redners abhängig. Dabei helfen dramaturgische Pausen und eine langsame Sprechweise, um der Geschichte mehr Bedeutung zu geben. Fest steht, Geschichtenerzählen ist eine Kunst, aber sie kann von jedem erlernt werden.

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